Miran: Deregulierung stärkt Angebotsseite und Geldpolitik
BIS Speech Read in English

Miran: Deregulierung stärkt Angebotsseite und Geldpolitik

Stephen I. Miran, Mitglied des Federal Reserve Board, betont die Bedeutung von Deregulierung für die Angebotsseite der Wirtschaft. Diese Reformen ermöglichen nachhaltiges Wachstum ohne Inflationsdruck und unterstützen eine lockerere Geldpolitik.

Angebotsseitige Reformen als Inflationsbremse

Stephen I. Miran hob Griechenlands Erholung durch Deregulierung hervor, die Produkt- und Dienstleistungsmärkte liberalisierte und administrative Hürden abbaute.

Diese Reformen stärkten die Wettbewerbsfähigkeit und reduzierten Lohnstückkosten, was die Reaktion des Angebots auf Preise verbesserte und die Transmission der Geldpolitik optimierte.

Miran argumentiert, dass gezielte Deregulierung die produktive Kapazität einer Volkswirtschaft erweitert und so ein nachhaltiges Wachstum ohne Inflationsdruck ermöglicht.

Dies würde eine weitere Lockerung der restriktiven Geldpolitik unterstützen.

Das Ignorieren dieser Effekte könnte zu einer unnötig restriktiven Geldpolitik führen.

Miran sieht in der umfassenden Deregulierung in den USA einen signifikanten Schub für Wettbewerb, Produktivität und potenzielles Wachstum.

Das Lamppost-Problem der Regulierungsmessung

Die Messung von Deregulierungseffekten in der Gesamtwirtschaft ist eine Herausforderung für Zentralbanker.

Miran verweist auf das 'Lamppost-Problem': Ökonomen neigen dazu, nur quantifizierbare Aspekte zu untersuchen, was die Bedeutung von Regulierung oft unterschätzt.

Die Komplexität variiert stark nach Sektor und Unternehmensgröße, und traditionelle Methoden wie das Zählen von Seiten oder Arbeitsstunden (Paperwork Reduction Act) erfassen nicht die vollen Opportunitätskosten.

Fortschritte durch KI und NLP, wie das QuantGov-Projekt, ermöglichen jedoch präzisere Messungen von Beschränkungen und Verpflichtungen.

Miran schätzt, dass die US-Administration mit ihrer 'one-in-ten-out'-Politik bis 2030 30 Prozent der regulatorischen Beschränkungen im Code of Federal Regulations eliminieren wird.

Regulierung: Die unsichtbare Bremse

Miran unterstreicht eindringlich, dass Regulierungen weitaus tiefgreifendere Folgen für die Angebotsseite haben können als Steuern, da sie ganze Wirtschaftszweige lahmlegen oder verlagern können.

Seine Analyse zeigt, dass diese oft unsichtbaren Barrieren die Agglomeration von Industrien verhindern und Lieferketten-Ökosysteme zerstören.

Damit liefert er einen wichtigen Impuls für die geldpolitische Debatte, die nicht-monetäre Faktoren stärker berücksichtigen muss.