DNB-Vertreter Maijoor für zentrale ESMA-Aufsicht
Steven Maijoor von De Nederlandsche Bank (DNB) spricht sich für eine stärkere zentrale Aufsicht der ESMA über europäische Kapitalmärkte aus. Er betont die Notwendigkeit, fragmentierte Aufsicht zu reduzieren und die Wettbewerbsfähigkeit Europas zu stärken.
Zentrale Aufsicht für grenzüberschreitende Dienste
De Nederlandsche Bank (DNB) unterstützt die europäische Ambition einer Spar- und Investitionsunion (SIU).
Europa verfügt über reichlich Kapital, das jedoch nicht effizient in produktive Investitionen fließt.
Ein tieferer und integrierterer Kapitalmarkt kann Europas Wettbewerbsfähigkeit stärken, Innovationen fördern und Bürgern sowie Unternehmen bessere Spar- und Anlagemöglichkeiten bieten.
DNB und die AFM befürworten eine direkte ESMA-Aufsicht über bedeutende Marktinfrastrukturen, insbesondere wenn diese EU-weit Dienstleistungen erbringen.
Eine zentralisierte europäische Aufsicht bietet hier klare Vorteile: Sie kann fragmentierte und ineffiziente Überwachung reduzieren, Regulierungsarbitrage begrenzen, Fachwissen und Daten bündeln und eine zentrale Anlaufstelle für grenzüberschreitend tätige Unternehmen bieten.
Zudem verspricht sie Vorteile für die Finanzstabilität, da grenzüberschreitende Aktivitäten inhärente Risiken bergen, die am besten auf europäischer Ebene überwacht werden können.
Kein Allheilmittel, aber wichtige Impulse
Maijoor betonte, Zentralisierung sei kein Allheilmittel.
Eine erfolgreiche SIU hänge primär von stärkeren europäischen Kapitalmärkten und der Beseitigung struktureller Barrieren wie unterschiedlichen Insolvenzgesetzen ab.
Das MISP kann jedoch gleiche Wettbewerbsbedingungen schaffen, Ineffizienzen reduzieren und eine konsistentere Aufsicht fördern.
DNB hat hierbei klare Prioritäten: Die ESMA-Governance muss die Rolle von Zentralbanken bei CCPs und CSDs berücksichtigen.
Bei Handelsplätzen sollte die ESMA die volle prudenzielle Aufsicht übernehmen.
Zudem fordert DNB eine stärkere makroprudenzielle Rolle für die ESMA bei Investmentfonds, um Finanzstabilitätsrisiken auf nationaler Ebene zu adressieren.
Ambition trifft Realität
Die Rede verdeutlicht die zentrale Spannung zwischen dem Wunsch nach tieferer Integration und den praktischen Herausforderungen der Umsetzung.
Obwohl eine zentralisierte Aufsicht klare Vorteile bietet, bleiben die zugrunde liegenden strukturellen Probleme, wie unterschiedliche Insolvenzgesetze, bestehen.
Maijoors Forderung nach effizienter und kostenbewusster Aufsicht unterstreicht die Notwendigkeit von Pragmatismus inmitten großer europäischer Ambitionen.