BIS-Chef Hernández de Cos fordert Straffung der Finanzregulierung und Risikobekämpfung
Pablo Hernández de Cos, Generaldirektor der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), plädiert für eine Straffung der Finanzregulierung. Gleichzeitig betont er die Notwendigkeit, Stabilität zu wahren und neue Risiken zu adressieren.
Banken resilienter: Lehren aus der Krise
Die Finanzreformen nach der Großen Finanzkrise (GFC) haben das globale Bankensystem grundlegend transformiert und seine Widerstandsfähigkeit erheblich gestärkt.
Über 50 große Reformen wurden weltweit eingeführt, viele davon im Rahmen von Basel III. Banken verfügen heute über deutlich mehr und qualitativ besseres Kapital: Die risikobasierten Common Equity Tier 1 (CET1)-Quoten stiegen von unter 10 Prozent im Jahr 2011 auf aktuell 14,3 Prozent.
Das Eigenkapital als Anteil an den Gesamtaktiva erhöhte sich von 3,5 auf 6,1 Prozent.
Auch die Liquiditätspositionen haben sich verbessert: Hochqualitative liquide Aktiva stiegen zwischen 2012 und 2025 um 55 Prozent auf 21 Prozent.
Diese Fundamente ermöglichten es dem System, Schocks wie die Covid-19-Pandemie und die Bankenturbulenzen von 2023 zu überstehen.
Nichtbanken im Fokus der Aufsicht
Fast 20 Jahre nach der GFC ist es entscheidend, dass die Politik die Regulierungsrahmen kontinuierlich überprüft.
Solche Überprüfungen müssen ergebnisoffen und evidenzbasiert erfolgen.
Ein holistischer Ansatz ist dabei unerlässlich, der das gesamte Finanzsystem und sektorübergreifende Interaktionen berücksichtigt.
Dies ist besonders wichtig, da sich die Post-Krisen-Reformen primär auf den Bankensektor konzentrierten, während die Regulierung von Nichtbanken-Finanzintermediären (NBFIs) deutlich weniger gestärkt wurde.
Es besteht die Sorge, dass Risiken in diesen weniger regulierten Sektor verlagert wurden.
Finanzstabilität ist ein globales öffentliches Gut, das grenzüberschreitende Zusammenarbeit erfordert.
Der Balanceakt zwischen Straffung und Stabilität
Hernández de Cos würdigt die Erfolge der Post-GFC-Reformen, betont aber die Notwendigkeit zur Anpassung.
Der Fokus auf Nichtbanken-Finanzintermediäre ist besonders relevant, da hier systemische Risiken in einem weniger regulierten Sektor wachsen könnten.
Sein Plädoyer für eine holistische, global koordinierte Überprüfung unterstreicht die anhaltende Herausforderung, Finanzstabilität in einem sich wandelnden Umfeld zu gewährleisten.