Angebotsengpässe treiben Japans Inflation und Erwartungen
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Angebotsengpässe treiben Japans Inflation und Erwartungen

Eine Studie der Bank von Japan analysiert die Mechanismen, wie Angebotsengpässe die Inflation in Japan beeinflussen. Empirische und theoretische Analysen belegen persistente Effekte auf Preise und Inflationserwartungen.

Arbeitsmarkt und Material als Preistreiber

Die Studie der Bank von Japan analysiert empirisch und theoretisch, wie Angebotsengpässe die Inflationsdynamik in Japan beeinflussen.

Sie zeigt, dass sich intensivierte Engpässe bei Arbeitskräften und Materialien nachhaltig auf die Inflationsrate auswirken, primär durch steigende Faktorpreise.

Zudem tragen Arbeitskräfteengpässe über nichtlineare Effekte zur Inflation bei, indem sie die Preiselastizität der Nachfrage verstärken.

Unter akkommodierenden Finanzbedingungen führten persistente Angebotsengpässe auch zu einem Anstieg der Inflationserwartungen.

Die Analyse deutet darauf hin, dass inflationäre Drücke durch Angebotsengpässe in den letzten Jahren häufiger und signifikanter geworden sind.

Klima, Geopolitik und Demografie als Ursachen

Das Papier unterscheidet 'Angebotsengpässe' – Beschränkungen von Produktionsfaktoren, die die Angebotskurve versteilern – von 'Angebotsschocks', die eine Kurvenverschiebung bewirken.

Es identifiziert drei zunehmend häufige und persistente Ursachen: Klimawandel (physische und Transitionsrisiken), Fragmentierung der Weltwirtschaft mit geopolitischen Spannungen sowie alternde Bevölkerung und sinkende Geburtenraten.

Zur Minderung dieser Effekte in Japan sind technologische Fortschritte (wie KI-Einsatz) und die Förderung der Arbeitskräftemobilität entscheidend.

Mehr als nur ein Schock

Diese Studie definiert neu, wie Zentralbanken Angebotsdruck betrachten sollten, weg von transienten Schocks hin zu strukturellen Problemen.

Ihr Fokus auf nichtlineare Effekte und Inflationserwartungen beleuchtet eine kritische Herausforderung für die Geldpolitik in alternden Volkswirtschaften wie Japan.

Traditionelle Modelle unterschätzen diese Dynamiken oft, was erhebliche Implikationen für die Geldpolitik hat.

Quelle: Supply Constraints and Inflation Dynamics

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