Synthetische Risikotransfers: Wachsende Bedeutung, neue Risiken
Der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht analysiert synthetische Risikotransfers (SRT). Diese Finanzinstrumente gewinnen an Bedeutung für die Kapitalentlastung von Banken, bergen jedoch auch neue Risiken für das Finanzsystem.
Risikotransfer ohne Eigentumswechsel
Synthetische Risikotransfers (SRT) ermöglichen Banken, Kreditrisiken von Vermögenspools auf Dritte zu übertragen, während sie die zugrunde liegenden Aktiva behalten.
Die Investorenbasis wird von privaten Investmentfonds, Pensionsfonds und Versicherungen dominiert.
Diese Transaktionen sind in der Regel vollständig finanziert, wobei Investoren Sicherheiten für den vollen Kreditschutz stellen.
Die aktuellen SRT-Strukturen sind im Allgemeinen weniger komplex als vor der globalen Finanzkrise (GFC).
Hauptmotivationen für Banken sind Kapital- und Kreditrisikomanagement.
Investoren werden von SRTs angezogen, da sie Zugang zu von Banken vergebenen Krediten erhalten, ohne Eigentümer der Darlehen zu werden.
Der Markt für SRTs ist im letzten Jahrzehnt rasant gewachsen und hat sich zu einer wichtigen Quelle für die Kapitalentlastung bei Unternehmensrisiken entwickelt.
Der Anteil der durch SRTs geschützten Aktiva an den konsolidierten Gesamtaktiva der Banken liegt zwischen 0,9 und 1,8 Prozent, im Durchschnitt bei 1,1 Prozent.
Unternehmenskredite stellen die größte durch SRTs geschützte Anlageklasse dar; durchschnittlich 12 Prozent des Unternehmenskreditbuchs großer und mittlerer europäischer Banken profitieren von SRT-Schutz.
Regulatorische Blindstellen und Aufsichtsansätze
Post-GFC-Reformen haben SRTs vereinfacht und die aufsichtsrechtliche Prüfung verschärft.
Dennoch bleiben Blindstellen bei Offenlegung und Finanzierungsaktivitäten bestehen.
Der Basler Rahmen definiert Anforderungen für die Kapitalanerkennung, doch Jurisdiktionen ergänzen diese oft mit eigenen Kriterien und fallweisen Bewertungen.
Aufsichtsbehörden können die Kapitalentlastung einschränken, wenn sie nicht dem tatsächlichen Risikotransfer entspricht.
Daten zu SRT-Finanzierungen sind begrenzt, und es gibt Bedenken hinsichtlich unzureichend umsichtiger Bankpraktiken.
Die Offenlegung von SRT-Aktivitäten und deren Kapitaleffekte ist ebenfalls limitiert.
Risiken, wie die Abhängigkeit von Nichtbanken-Finanzintermediären (NBFIs) und die potenzielle Prozyklizität der Kreditversorgung, erfordern kontinuierliche Überwachung.
Banken versuchen, diese Risiken durch gestaffelte Laufzeiten und diversifizierte Schutzanbieter zu mindern.
Transparenzdefizite trüben das Bild
Synthetische Risikotransfers bleiben ein zweischneidiges Schwert: Sie entlasten Bankkapital, schaffen aber neue Opazitäts- und Abhängigkeitsrisiken.
Trotz verbesserter Strukturen nach der GFC sind die mangelnde Transparenz bei Finanzierungen und die begrenzte Offenlegung weiterhin kritische Schwachstellen.
Dies erfordert eine verstärkte Aufsicht und potenziell strengere Regulierung, um zukünftige Systemrisiken zu minimieren.
Quelle: Synthetic risk transfers
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