Bargeld behält Relevanz trotz digitaler Zahlungswelle
Die Nutzung bargeldloser Zahlungen nimmt weltweit zu, angeführt von Überweisungen in Schwellenländern und Kartenzahlungen in Industrieländern. Trotzdem stabilisiert sich die Bargeldmenge im Umlauf, was dessen anhaltende Bedeutung unterstreicht.
Bargeldlose Zahlungen: Wachstum mit regionalen Unterschieden
Die Nutzung bargeldloser Zahlungen setzte sich 2024 weltweit fort.
In Schwellen- und Entwicklungsländern (EMDEs) stieg die jährliche Anzahl bargeldloser Zahlungen pro Kopf um 21 Prozent auf 242, hauptsächlich getrieben durch Überweisungen und schnelle Zahlungen.
In fortgeschrittenen Volkswirtschaften (AEs) lag die Pro-Kopf-Zahl mit 579 deutlich höher, wuchs aber nur um 6 Prozent, primär durch Kartenzahlungen.
Im Durchschnitt wurden in AEs Kartenzahlungen 361 Mal pro Person genutzt, verglichen mit 95 Mal in EMDEs.
Der Wert bargeldloser Zahlungen als Anteil am BIP stagnierte in AEs und stieg in EMDEs leicht um 3 Prozent.
Überweisungen machten mit 86 Prozent in AEs und 94 Prozent in EMDEs den größten Anteil am Gesamtwert bargeldloser Zahlungen aus.
Der durchschnittliche Wert pro bargeldloser Zahlung stabilisierte sich in EMDEs bei 529 US-Dollar, während er in AEs auf 962 US-Dollar sank.
Dieser Trend spiegelt wider, dass das Wachstum im Volumen bargeldloser Zahlungen mit sinkenden durchschnittlichen Zahlungswerten einhergeht.
Schnelle Zahlungen gewinnen an Boden
Schnelle Zahlungen, auch als Instant Payments bekannt, ermöglichen nahezu Echtzeit-Geldtransfers und gewannen 2024 weiter an Bedeutung, insbesondere in EMDEs.
Dort stieg der Anteil schneller Zahlungen an allen bargeldlosen Transaktionen auf 49 Prozent (von 43 Prozent).
In AEs machten sie weiterhin etwa 10 Prozent aus.
Brasilien verzeichnete 2024 mit 298 Transaktionen pro Kopf die höchste Nutzung, gefolgt von Korea (189) und Argentinien (149).
Die durchschnittlichen Werte pro schneller Zahlung variierten stark: am höchsten in Japan (3.380 US-Dollar) und Mexiko (2.566 US-Dollar), am niedrigsten in Indien (21 US-Dollar) und Schweden (49 US-Dollar).
Systemverbesserungen wie erhöhte Transaktionslimits in der Türkei und grenzüberschreitende Verknüpfungen zwischen Indien und Singapur trugen zur Verbreitung bei.
Bargeld trotzt dem digitalen Wandel
Trotz des anhaltenden Aufstiegs digitaler Zahlungsmethoden hat sich die Bargeldmenge im Umlauf in den meisten Jurisdiktionen im Jahr 2024 stabilisiert oder nur leicht abgenommen.
Dies deutet darauf hin, dass Bargeld weiterhin eine wichtige Rolle als Wertaufbewahrungsmittel spielt und seine Relevanz in der Wirtschaft nicht verloren hat.
Die Ergebnisse der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ)-Studie unterstreichen die Notwendigkeit, die Rolle von Bargeld im digitalen Zeitalter nicht zu unterschätzen und dessen Verfügbarkeit weiterhin zu gewährleisten.