Routine-basierter technologischer Wandel verstärkt ethnische Lohnlücken in den USA
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Routine-basierter technologischer Wandel verstärkt ethnische Lohnlücken in den USA

Eine Studie der Federal Reserve Bank of Cleveland zeigt, dass der routine-basierte technologische Wandel die Stagnation der Lohnlücke zwischen Schwarzen und Weißen in den USA zwischen 1980 und 2000 maßgeblich beeinflusst hat.

Divergierende Berufswege und Lohnungleichheit

Die Studie von Vittoria Dicandia dokumentiert drei zentrale Muster: Erstens erhöhte sich der Beschäftigungsanteil Schwarzer Arbeitnehmer in routineintensiven Berufen, während weiße Arbeitnehmer diese verließen.

Diese Verschiebung war besonders ausgeprägt bei geringer Qualifikation und jüngeren Kohorten.

Zweitens entwickelte sich die Lohnlücke ungleichmäßig: Der Mittelwert stagnierte, aber die Differenzen nahmen im unteren Bereich ab und im oberen zu.

Die berufliche Sortierung, bedingt durch den routine-basierten technologischen Wandel (RBTC), trug zur Vergrößerung der Lohnlücken bei und kompensierte Gewinne durch Bildung.

Drittens wird ein neues RBTC-Framework vorgestellt, das technologischen Wandel als Reduktion der Lohnreagibilität auf individuelle Fähigkeiten in routineintensiven Berufen modelliert.

In Kombination mit statistischer Diskriminierung – bei der Firmen unschärfere Fähigkeitssignale für Schwarze Arbeitnehmer wahrnehmen – erklärt das Modell die beobachteten divergierenden Berufswege.

Stagnation nach Jahrzehnten des Fortschritts

Die Lohnlücke zwischen Schwarzen und Weißen in den USA verengte sich in den 1960er und 1970er Jahren erheblich, stagnierte aber nach 1980 bei etwa 20 Prozent.

Dieser Stillstand ist der Ausgangspunkt der Studie.

Der routine-basierte technologische Wandel (RBTC), getrieben durch die Computerisierung, beeinflusste routineintensive Berufe wie Büro-, Betriebs- und Produktionsaufgaben überproportional.

Dies führte zu einer Polarisierung des Arbeitsmarktes, bei der die Beschäftigung an den unteren und oberen Enden zunahm, während sie in routineintensiven Rollen zurückging.

Die Analyse konzentriert sich auf den Zeitraum von 1980 bis 2000, da dieser die stärksten Effekte des RBTC auf routineintensive Berufe aufweist und größere externe Schocks vermeidet.

Ein unbequemer Mechanismus

Die Studie liefert eine entscheidende, datengestützte Erklärung für ein hartnäckiges gesellschaftliches Problem, das einfache Diskriminierungsnarrative herausfordert.

Sie integriert technologischen Wandel und statistische Diskriminierung, um zu zeigen, wie strukturelle Kräfte Ungleichheit aufrechterhalten.

Für politische Entscheidungsträger unterstreicht dies die Notwendigkeit, neben direkter Diskriminierung auch die subtilen Mechanismen des technologischen Wandels zu adressieren.

Quelle: Technological Change and Racial Wage Gaps

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