Islands Krone: Vom Schockverstärker zum Puffer
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Islands Krone: Vom Schockverstärker zum Puffer

Þórarinn G. Pétursson von der BIZ analysiert die Rolle der isländischen Krone bei externen Schocks. Nach der Finanzkrise 2008 wandelte sich die Währung von einem Verstärker zu einem stabilisierenden Puffer.

Die Krone als Schockverstärker vor 2008

Vor der globalen Finanzkrise (GFC) agierte die isländische Krone als Verstärker von Schocks.

Nach der Aufgabe der Wechselkursbindung und der Einführung des Inflationsziels 2001 führten massive Kapitalzuflüsse und ein Kreditboom zu makroökonomischen Ungleichgewichten.

Das Leistungsbilanzdefizit erreichte 25 Prozent des BIP, und die Auslandsverschuldung von Haushalten und Unternehmen stieg stark an.

Ein plötzlicher Kapitalabzug resultierte in einer Abwertung der Krone um fast 50 Prozent, was verheerende Auswirkungen auf die Bilanzen hatte und zum Kollaps des Bankensystems führte.

Die Währung verstärkte in dieser Zeit Inflation, Bilanzrisiken und das allgemeine Risikobewusstsein, anstatt Schocks abzufedern.

Nach der Krise: Reformen und Resilienz

Nach der GFC nutzte Island die Krise für umfassende Reformen.

Makroökonomische Ungleichgewichte wurden drastisch reduziert: Die Leistungsbilanz drehte von einem Defizit von 25 Prozent des BIP in einen Überschuss von 6 Prozent, und die Nettoauslandsposition verbesserte sich von minus 150 Prozent auf plus 40 Prozent des BIP.

Die Fähigkeit von Haushalten, Fremdwährungskredite aufzunehmen, wurde begrenzt, und die Devisenreserven der Zentralbank stiegen auf rund 20 Prozent des BIP.

Zudem wurden geldpolitische Reformen wie die Einrichtung eines geldpolitischen Ausschusses (2009) und makroprudentielle Maßnahmen eingeführt.

Diese Schritte führten zu einem stabileren Wechselkursverhalten der Krone, deren Schwankungen moderater und geordneter wurden.

Fundamentale Stärkung zahlt sich aus

Die isländische Erfahrung zeigt eindrücklich, wie eine kleine offene Volkswirtschaft ihre Währung von einem Risikoverstärker zu einem effektiven Schockabsorber umgestalten kann.

Durch konsequente makroökonomische Konsolidierung und die Stärkung des Finanzsystems wurde die Glaubwürdigkeit der Politik erhöht.

Dies ist ein wichtiges Lehrstück für andere Länder, die mit ähnlichen Herausforderungen der Währungsstabilität konfrontiert sind.