Stablecoin-Transaktionen sind oft mehr als nur Zahlungen
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Stablecoin-Transaktionen sind oft mehr als nur Zahlungen

Stablecoin-Transfers sind oft Teil komplexer Transaktionsbündel, nicht nur einfache Zahlungen. Eine neue BIZ-Studie zeigt, dass die Interpretation von Stablecoin-Aktivitäten ohne diesen Kontext verzerrt wird.

Komplexität als Kernmerkmal

Die Analyse von 593 Millionen Ereignisprotokollen aus 141 Millionen Ethereum-Transaktionen mit drei führenden US-Dollar-Stablecoins zeigt, dass die Komplexität ein primäres Merkmal der Stablecoin-Aktivität ist.

Fast 60 Prozent der Transferereignisse finden innerhalb komplexer Transaktionen statt, die Handel, Kreditvergabe, Arbitrage und Abwicklung kombinieren.

Die Studie formalisiert die Unterscheidung zwischen Stablecoin-Transfers und den Transaktionen, in die sie eingebettet sind.

Ein Transfer ist ein Ereignisprotokoll, das eine Eigentumsänderung aufzeichnet, während eine Transaktion die gebündelte Abfolge von Operationen spezifiziert, die atomar ausgeführt werden.

Das Ignorieren dieser Struktur verzerrt die Interpretation der Stablecoin-Nutzung erheblich und führt zu einer falschen Klassifizierung eines Großteils der On-Chain-Aktivitäten.

Nicht alle Stablecoins sind gleich

Die drei untersuchten Stablecoins werden nicht austauschbar verwendet; ihre Nutzung unterscheidet sich systematisch hinsichtlich Transaktionsstruktur, Dringlichkeit und Timing.

Dies spiegelt unterschiedliche institutionelle Designs und wirtschaftliche Funktionen wider.

Die Erkenntnisse sind für die Politik relevant, insbesondere im Kontext der Prinzipien für Finanzmarktinfrastrukturen (PFMI) von CPMI-IOSCO.

Viele komplexe Stablecoin-Transaktionen sind mit dem 'Geld-Settlement' von FMIs vergleichbar, das aufgrund seiner systemischen Bedeutung strengen Risikomanagementanforderungen unterliegt.

Ein präzises Verständnis dieser Transaktionsstrukturen ist daher für die Marktüberwachung und Regulierung unerlässlich.

Mehr als nur digitales Bargeld

Diese Studie korrigiert eine fundamentale Fehlannahme über Stablecoins und deren Nutzung, indem sie deren Rolle als Bausteine programmierbarer Finanzplattformen hervorhebt.

Ihre Erkenntnisse sind entscheidend für Regulierungsbehörden, um die tatsächlichen Risiken und Funktionen dieser digitalen Assets jenseits einfacher Zahlungen zu verstehen.

Für die Forschung bedeutet dies eine Neuausrichtung der empirischen Analyse von On-Chain-Aktivitäten, um Fehlinterpretationen zu vermeiden.

Quelle: The anatomy of stablecoin transactions

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