Staats-Banken-Nexus erweitert: NBFIs als neue Risikobrücke
Eine neue BIZ-Studie zeigt: Der traditionelle Nexus zwischen Staaten und Banken hat sich zu einem breiteren Geflecht entwickelt, das nun auch Nichtbanken-Finanzinstitute (NBFIs) umfasst. Indirekte Risikoverbindungen über NBFIs sind für die Stabilität wichtiger geworden als direkte Staatsanleihen-Engagements der Banken.
Vom Duo zum Trio: Der erweiterte Nexus
Die Studie der BIZ belegt, dass sich der klassische Nexus zwischen Staaten und Banken zu einem umfassenderen Geflecht entwickelt hat, das nun auch Nichtbanken-Finanzinstitute (NBFIs) einschließt.
Nach der Eurozonen-Krise war der traditionelle Staats-Banken-Nexus ein zentrales Finanzstabilitätsrisiko.
Seither sind die Staatsschulden in vielen großen Volkswirtschaften erheblich gestiegen, während die Präsenz von NBFIs an den Staatsanleihenmärkten deutlich zugenommen hat.
Die Autoren untersuchen die Risikoübertragung zwischen Banken, Staaten und NBFIs anhand europäischer Bankdaten und globaler Länderdaten.
Sie stellen fest, dass die direkten Staatsanleihen-Engagements der Banken in jüngster Zeit weniger relevant für die gemeinsame Entwicklung von Banken- und Staatsrisiken geworden sind.
Im Gegensatz dazu sind die Engagements der Banken gegenüber NBFIs zu einem entscheidenden Faktor für diese Risiko-Koppelung aufgestiegen.
Indirekte Risikowege dominieren
Die empirische Analyse zeigt einen Wandel: Der traditionelle Staats-Banken-Nexus hat sich abgeschwächt.
Vor 2016 korrelierten Banken- und Staatsrisiken stärker bei hohen direkten Staatsanleihen-Engagements der Banken.
Nach 2016 ist diese direkte Beziehung jedoch deutlich weniger ausgeprägt.
Stattdessen sind Engagements der Banken gegenüber Nichtbanken-Finanzinstituten (NBFIs) zu einem entscheidenden Faktor aufgestiegen.
Ein höheres Engagement gegenüber Finanzkontrahenten in Hochrisiko-Staatsgebieten ist ab 2016 mit einer stärkeren Korrelation zwischen Banken- und Staatsrisiken verbunden.
Dieser Wandel von direkten zu indirekten Engagements über NBFIs wird in allen Datensätzen bestätigt.
Alte Sorgen, neue Kanäle
Die Studie liefert überzeugende Belege für die Evolution des Staats-Banken-Nexus zu einem umfassenderen Staats-Banken-NBFI-Nexus.
Während direkte Staatsanleihen-Engagements der Banken an Bedeutung verlieren, wächst die Relevanz indirekter Risikowege über NBFIs, besonders bei risikoreicheren Staaten.
Dies unterstreicht die Notwendigkeit, NBFIs und ihre komplexen Dreiecksbeziehungen verstärkt in die Finanzstabilitätsanalyse einzubeziehen.
Quelle: The evolving nexus: sovereigns, banks and NBFIs
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