Wirtschaftliche Abschwünge verschlechtern Gesundheit, beeinflussen Arbeitsmarkt
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Wirtschaftliche Abschwünge verschlechtern Gesundheit, beeinflussen Arbeitsmarkt

Eine neue Studie der Federal Reserve Bank of Philadelphia zeigt: Wirtschaftliche Kontraktionen verschlechtern die Gesundheit von Erwerbstätigen. Dies wiederum führt zu negativen Arbeitsmarktergebnissen und verstärkt Konjunkturzyklen.

Der Gesundheitskanal der Konjunktur

Wirtschaftliche Abschwünge verschlechtern kausal die Gesundheit von Erwerbstätigen, was wiederum negative Arbeitsmarktergebnisse nach sich zieht.

Diesen 'Gesundheitskanal' der Konjunkturzyklen quantifizieren Ökonomen der Federal Reserve Bank of Philadelphia und Richmond in einer neuen Studie.

Sie zeigen, dass dieser Kanal 14 Prozent der Beschäftigungsvarianz über den Zyklus und 11 Prozent des Beschäftigungsrückgangs während der globalen Finanzkrise erklärt.

Empirische Analysen belegen, dass ein kontraktiver geldpolitischer Schock von einem Prozentpunkt den Anteil der Personen mit schlechter Gesundheit um 0,25 Prozentpunkte erhöht.

Umgekehrt führt ein unerwarteter Anstieg schlechter Gesundheit um einen Prozentpunkt zu einem Rückgang der Beschäftigung um 0,5 Prozentpunkte über mehrere Jahre.

Der Gesundheitskanal beschreibt eine wechselseitige Verstärkung: Die reale Wirtschaftstätigkeit beeinflusst die Gesundheit, und die Gesundheit beeinflusst die reale Wirtschaftstätigkeit.

Modellierung der Wechselwirkungen

Die Forscher entwickeln ein dynamisches allgemeines Gleichgewichtsmodell mit unvollständigen Märkten, in dem Agenten sich in Gesundheit, Arbeitsproduktivität und Vermögen unterscheiden.

Schlechte Gesundheit verursacht vier Kosten: geringere Arbeitsproduktivität, medizinische Ausgaben und Zeitkosten in Form von Gesundheitsinvestitionen und Unwohlsein.

Die Studie zeigt, dass Produktivitätseffekte und Zeitkosten die Arbeitsangebots- und Sparneigung stark reduzieren, während medizinische Ausgaben eine geringere Rolle spielen.

Die Identifikation des Gesundheitskanals erfolgt über eine neue Wold-Enabled Dynamic General Equilibrium (WEDGE) Schätzmethode, die Modell-basierte Impulsantwortfunktionen mit der Wold-Zerlegung kombiniert.

Ein unterschätzter Verstärker

Diese Studie liefert überzeugende empirische Belege für einen lange unterschätzten Mechanismus der Konjunkturzyklen.

Die Quantifizierung des 'Gesundheitskanals' zeigt, dass makroökonomische Schocks nicht nur direkt wirken, sondern über die Gesundheit der Bevölkerung eine zusätzliche, signifikante Verstärkung erfahren.

Für die Geld- und Fiskalpolitik bedeutet dies, dass die sozialen Kosten von Rezessionen weitreichender sind als bisher angenommen und präventive Maßnahmen zur Gesundheitsförderung auch wirtschaftlich sinnvoll sein können.

Quelle: The Health Channel of Business Cycles

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