Frühe Investitionen in US-Stadtschulen steigerten Bildung und Löhne
Nach dem Ersten Weltkrieg erhöhten US-Städte ihre Bildungsausgaben drastisch, getrieben von anti-deutscher Stimmung. Eine neue Studie der Federal Reserve Bank of Philadelphia zeigt, dass diese Investitionen Bildung und spätere Löhne, besonders für benachteiligte Kinder, signifikant steigerten.
Kriegsangst als Bildungsmotor
Städte in den USA weiteten nach dem Ersten Weltkrieg ihre Ausgaben für öffentliche Bildung massiv aus.
Bis 1924 stiegen die Pro-Kopf-Ausgaben in städtischen Schulbezirken um über 70 Prozent.
Eine neue Analyse der Philadelphia Fed bewertet diese Investitionen erstmals umfassend.
Die Forscher nutzten plausibel exogenes Wachstum der Schulausgaben, das durch anti-deutsche Stimmung nach dem Krieg ausgelöst wurde.
Sie fanden heraus, dass die Schulressourcen die Bildungsabschlüsse und späteren Löhne signifikant erhöhten, insbesondere für weniger privilegierte Kinder.
Die Ausgabensteigerungen können etwa 40 Prozent des erheblichen Anstiegs der Bildungsabschlüsse bei den zwischen 1895 und 1913 geborenen Kohorten erklären.
Von 79 auf 143 Dollar: Die Ausgabenexplosion
Die post-Erster-Weltkrieg-Expansion der Schulressourcen war teilweise eine Reaktion auf bereits in den USA ansässige Einwanderer aus 'Feindnationen'.
Anti-deutsche Hysterie führte dazu, dass Stadtregierungen versuchten, die Kinder dieser 'feindlichen Ausländer' durch öffentliche Schulen zu assimilieren.
Zwischen 1920 und 1924 'explodierten' die Ausgaben von 79 auf 143 Dollar pro Schüler, ein Anstieg von 80 Prozent.
Dieser Mechanismus – die anti-deutsche Panik als Instrument für Schulausgaben – bildet die empirische Strategie der Studie.
Die Autoren betonen, dass die Ergebnisse für weniger privilegierte Kinder besonders stark waren, obwohl die Investitionen die Bildungsunterschiede zwischen sozialen Schichten nicht vollständig schlossen.