Ölpreisschock durch Iran-Krieg treibt US-Inflation um bis zu 1,5 Prozentpunkte
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Ölpreisschock durch Iran-Krieg treibt US-Inflation um bis zu 1,5 Prozentpunkte

Eine Studie der Federal Reserve Bank of Dallas analysiert die potenziellen Auswirkungen des Iran-Krieges 2026 auf die US-Inflation. Sie zeigt, dass die Teuerung um bis zu 1,47 Prozentpunkte steigen könnte, wenn die Straße von Hormus drei Quartale geschlossen bleibt.

Das Inflationsrisiko des Hormus-Engpasses

Der Ausbruch des Iran-Krieges im Februar 2026 führte zu einer erheblichen Störung des Ölhandels und einem Anstieg der Ölpreise.

Die Studie quantifiziert, dass eine Schließung der Straße von Hormus für ein, zwei oder drei Quartale die WTI-Preise auf durchschnittlich 110, 132 bzw. 167 US-Dollar pro Barrel treiben würde.

Dies würde die Kern-PCE-Inflation im Jahresvergleich für 2026 um 0,18, 0,31 bzw. 0,49 Prozentpunkte erhöhen.

Die Headline-PCE-Inflation könnte sogar um 0,35, 0,79 oder 1,47 Prozentpunkte steigen.

Die Auswirkungen auf die Inflationserwartungen der Haushalte bleiben dabei moderat, selbst bei längerer Schließung.

Modellierung von Ölpreisschocks und Inflationserwartungen

Die Analyse kombiniert ein kalibriertes DSGE-Modell der Weltwirtschaft zur Projektion der Ölpreise mit einem monatlichen VAR-Modell für die Auswirkungen von US-Benzinpreisschocks auf Inflation und Inflationserwartungen.

Diese Methodik ermöglicht es, die potenziellen Auswirkungen von Ölversorgungsstörungen in Echtzeit zu bewerten, eine Herausforderung, die bisher oft nur mit groben Schätzungen angegangen wurde.

Die Schließung der Straße von Hormus, durch die fast 20 Prozent der weltweiten Ölversorgung transportiert werden, dient als zentrales Basisszenario.

Blaupause für zukünftige Krisen

Die Studie liefert eine entscheidende Rahmenstruktur für die Analyse zukünftiger geopolitischer Ölpreisschocks und geht über einfache Faustregeln hinaus.

Ihr Fokus auf Echtzeitdaten ist wertvoll, auch wenn das spezifische Kriegsszenario hypothetisch bleibt.

Die Ergebnisse unterstreichen die erheblichen, wenn auch begrenzten, Inflationsrisiken solcher Störungen.