US-Geldpolitik: Begrenzte Effekte durch Nachfrage und Kreditkanal
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US-Geldpolitik: Begrenzte Effekte durch Nachfrage und Kreditkanal

Die US-Wirtschaft zeigt sich trotz aggressiver Zinsanhebungen seit 2022 widerstandsfähig. Eine neue Studie der Bank of Japan erklärt dies mit der Zusammensetzung der Nachfrage und einem gedämpften Kreditkanal.

Nachfrage-Heterogenität dämpft Zinswirkung

Die Studie der Bank of Japan untersucht die überraschende Resilienz der US-Wirtschaft trotz der schnellen und erheblichen geldpolitischen Straffung seit 2022.

Mittels eines Factor-Augmented VAR (FAVAR) Modells analysieren die Ökonomen Kenta Kinehara, Tatsuyoshi Okimoto und Hiroki Yamamoto die heterogenen Auswirkungen der Geldpolitik auf verschiedene BIP-Nachfragekomponenten.

Die Ergebnisse zeigen, dass Komponenten mit hoher Kreditabhängigkeit, wie langlebige Konsumgüter und Wohnungsbauinvestitionen, stark auf Zinserhöhungen reagieren.

Im Gegensatz dazu zeigen Dienstleistungskonsum und Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, die weniger kreditabhängig sind, nur geringe Reaktionen.

Dies deutet darauf hin, dass die wachsende Dominanz des Dienstleistungskonsums in der US-Wirtschaft die aggregierten Effekte der Geldpolitik abschwächt, ein Phänomen, das als 'Kompositionseffekt' bezeichnet wird.

Der Kreditkanal als Verstärker

Der Kreditkanal verstärkt traditionell die geldpolitischen Effekte, indem er Finanzierungskosten über die Leitzinsen hinaus erhöht.

Die Autoren stellen jedoch fest, dass die Wirksamkeit dieses Kanals von den Finanzmarktbedingungen abhängt.

Sie verwenden ein Smooth-Transition Local Projection (ST-LP) Modell mit der Excess Bond Premium (EBP) als Übergangsvariable, um zeitlich variierende Effekte zu quantifizieren.

Die Analyse zeigt, dass die geldpolitischen Effekte für kreditabhängige Nachfragekomponenten nur dann intensiviert werden, wenn der Kreditkanal stark operativ ist.

Bei geringerer Kreditkanalaktivität bleiben die Reaktionen dieser Komponenten schwach, unabhängig vom vorherrschenden Regime.

Dieser 'Regimeeffekt' trägt ebenfalls zur begrenzten Gesamtwirkung der Straffung bei.

Resilienz kein Zufall

Die Studie liefert eine überzeugende Erklärung für die unerwartete Widerstandsfähigkeit der US-Wirtschaft.

Sie zeigt, dass die Zusammensetzung der Nachfrage und die gedämpfte Verstärkung durch den Kreditkanal die traditionellen Transmissionsmechanismen entscheidend beeinflussen.

Für Zentralbanken bedeutet dies, dass die Wirksamkeit ihrer Instrumente stark von strukturellen und zyklischen Faktoren abhängt, was eine differenziertere Analyse erfordert.