BIS-Studie: Politische Unsicherheit schadet Lateinamerikas Wirtschaft
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BIS-Studie: Politische Unsicherheit schadet Lateinamerikas Wirtschaft

Eine neue Studie der BIZ zeigt, dass politische Unsicherheit in Lateinamerika zu Wirtschaftsschrumpfung und steigender Inflation führt. Besonders schwache Ökonomien leiden darunter am stärksten.

Unsicherheit wirkt wie Angebotsschock

Die BIZ-Studie belegt, dass Schocks durch politische Unsicherheit in Lateinamerika erhebliche makroökonomische Störungen verursachen.

Dies führt zu einem Rückgang der Wirtschaftsleistung und einem Anstieg der Inflation, ähnlich einem Angebotsschock.

Die Effekte werden kurzfristig über einen Finanzkanal übertragen: höhere Risikoprämien, erhöhte Volatilität an den Aktienmärkten und Wechselkursabwertungen.

Mittelfristig wirkt ein realwirtschaftlicher Kanal, der sich in sinkenden Wachstumserwartungen sowie einem Rückgang des Konsum- und Geschäftsvertrauens äußert.

Die Analyse, die Daten von 2005 bis Anfang 2025 für Brasilien, Chile, Kolumbien und Mexiko umfasst, zeigt zudem, dass Unsicherheitsschocks am schädlichsten sind, wenn die Wirtschaft bereits schwach ist oder die finanziellen Bedingungen angespannt sind.

Stärkere Volkswirtschaften können solche Schocks besser abfedern.

Lateinamerika im Fokus der Forschung

Emerging Markets weisen generell höhere Unsicherheitsniveaus auf als Industrieländer.

Lateinamerika ist hier keine Ausnahme, da sowohl globale als auch interne Unsicherheitsfaktoren ein herausforderndes Umfeld schaffen.

Die BIZ-Studie misst die makroökonomischen Auswirkungen *interner* Unsicherheit in der Region.

Um den Effekt in einer global abhängigen Region zu isolieren, wurde die Messgröße für wirtschaftspolitische Unsicherheit so angepasst, dass globale Unsicherheitsquellen ausgeschlossen sind.

Dies ermöglichte die Analyse der durchschnittlichen Auswirkungen von internen Unsicherheitsschocks in den vier untersuchten Ländern über die letzten 20 Jahre.

Schwache Ökonomien besonders verwundbar

Die Studie liefert wichtige empirische Belege für die schädlichen Auswirkungen politischer Unsicherheit, insbesondere in Schwellenländern.

Sie unterstreicht die Notwendigkeit robuster wirtschaftlicher und finanzieller Rahmenbedingungen, um solche Schocks abzufedern.

Für politische Entscheidungsträger in Lateinamerika bedeutet dies, dass die Reduzierung interner Unsicherheitsfaktoren die makroökonomische Stabilität direkt stärkt.