Versicherungsaufsicht der Zukunft: Ressourcenmanagement entscheidend
Angesichts regulatorischer Reformen und technologischer Fortschritte wird die effektive Ausstattung der Versicherungsaufsicht mit Ressourcen immer anspruchsvoller. Eine neue BIZ-Studie beleuchtet die Herausforderungen und Lösungsansätze für ein zukunftsfähiges Ressourcenmanagement.
Ressourcenmangel bremst effektive Aufsicht
Versicherungsaufsichtsbehörden stehen vor erheblichen Herausforderungen bei der Sicherstellung adäquater Ressourcen, um ihre Mandate effektiv zu erfüllen.
Regulatorische Reformen, technologische Fortschritte wie Künstliche Intelligenz und umfassendere makroökonomische, geopolitische sowie demografische Trends verändern die Aufsichts- und Marktlandschaft.
Gleichzeitig erschweren Haushaltsdisziplin und steigende Rechenschaftspflichten die effiziente Verwaltung der Aufsichtsressourcen.
Die Insurance Core Principles (ICPs) der IAIS fordern eine angemessene Ausstattung mit personellen, finanziellen und technologischen Mitteln.
Eine Umfrage unter 23 Versicherungsaufsichtsbehörden zeigt, dass diese oft mit Problemen des öffentlichen Sektors konfrontiert sind, darunter weniger wettbewerbsfähige Vergütung, starre Einstellungsverfahren und Budgetbeschränkungen, die die Anziehung und Bindung qualifizierten Personals behindern.
Finanzierungslücken und Personalfluktuation
Die Sicherung stabiler und ausreichender Finanzmittel ist für Aufsichtsbehörden eine weitere Hürde.
Budgetäre Engpässe limitieren Investitionen in Informationstechnologie, Kapazitätsaufbau und die Bewältigung neuer Risiken.
Dies wiederum beeinträchtigt die Fähigkeit, Personalengpässe zu adressieren.
Die Finanzierungsquellen variieren, wobei die meisten Behörden auf Gebühren und Abgaben der Industrie angewiesen sind.
Zentralbank-integrierte Aufsichtsbehörden werden typischerweise von der Zentralbank finanziert.
Stabilität und Planbarkeit der Einnahmen sind entscheidend für eine vorausschauende, mehrjährige Planung und die Reaktion auf unerwartete Ereignisse.
Eine übermäßige Abhängigkeit von externen Experten birgt zudem das Risiko eines Verlusts institutionellen Wissens.
Fundamentale Lücke im System
Die BIZ-Studie legt den Finger in eine fundamentale Wunde der Finanzaufsicht: Ohne adäquate personelle und finanzielle Ausstattung bleiben selbst die besten regulatorischen Rahmenwerke wirkungslos.
Die Balance zwischen effektiver Aufsicht und der Vermeidung einer Überlastung der Branche ist dabei eine zentrale Herausforderung.
Langfristig sichert nur eine proaktive Investition in Ressourcen die Stabilität des Sektors.