Einlagenkanal zwingt Banken zur Risiko-Optimierung
Eine neue Studie des Banco de España untersucht, wie der Einlagenkanal der Geldpolitik die Kreditvergabe und Risikobereitschaft von Banken beeinflusst. Sie zeigt, dass Banken in konzentrierten Märkten die Kreditvergabe an risikoreichere Unternehmen stärker reduzieren.
Das Paradox der Zinsweitergabe
Die Studie beleuchtet den Einlagenkanal der Geldpolitik während des schnellsten und intensivsten Straffungszyklus der Euro-Ära.
Sie zeigt, dass die begrenzte Weitergabe der Leitzinsen an die Einlagenzinsen heterogene Effekte auf die Kreditversorgung und Risikobereitschaft von Banken hat.
Banken in stärker konzentrierten Einlagenmärkten reduzierten die Kreditvergabe an risikoreichere Unternehmen nach dem Straffungszyklus deutlich stärker.
Für neu vergebene Kredite ging diese Kontraktion mit höheren Zinssätzen und verbesserten realisierten Renditen einher.
Die Autoren dokumentieren eine neue Dimension des Einlagenkanals: Er zwingt Banken, ihr Risiko-Rendite-Verhältnis aktiv zu optimieren.
Dies kehrt die 'Search-for-Yield'-Dynamik der Nullzinsphase um, da Banken die Werthaltigkeit ihrer Einlagen-Franchise durch Prudent priorisieren.
Spanische Daten liefern Belege
Die Forscher nutzen Daten aus dem Zentralen Kreditregister des Banco de España (CIRBE) und regionale Unterschiede in der Konzentration der Einlagenmärkte in Spanien.
Spanien bietet ein ideales empirisches Umfeld, da der geldpolitische Schock groß und unerwartet war und die lokalen Einlagenmärkte eine erhebliche Heterogenität aufweisen.
Die 'Franchise-Wert-Hypothese' besagt, dass Banken in konzentrierten Märkten, die Zinsanhebungen nicht weitergeben, erhebliche Renten erzielen.
Das erhöht den Wert ihrer Einlagen-Franchise und macht Abwärtsrisiken kostspieliger, was ihre Risikoaversion steigert.
Dadurch de-risken sie ihre Portfolios aktiv.
Prudenz mit Nebenwirkungen
Die Studie unterstreicht den zentralen Zusammenhang zwischen dem Einlagen- und dem Risikobereitschaftskanal der Geldpolitik.
Sie zeigt, dass die Struktur des Einlagenmarktes die Anreize der Banken zur Risikobereitschaft maßgeblich beeinflusst.
Diese erhöhte Widerstandsfähigkeit geht jedoch zulasten einer geringeren Kreditversorgung, insbesondere für Kreditnehmer mit schwächeren Profilen.