Macklem: Leitzins bleibt bei 2,25 Prozent – Iran-Krieg erhöht Unsicherheit
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Macklem: Leitzins bleibt bei 2,25 Prozent – Iran-Krieg erhöht Unsicherheit

Die Bank of Canada belässt den Leitzins bei 2,25 Prozent. Gouverneur Tiff Macklem begründete die Entscheidung vom 18. März 2026 mit erhöhter Unsicherheit durch den Iran-Krieg und volatile Energiepreise.

Stabilität in unsicheren Zeiten

Der Governing Council der Bank of Canada hat den Leitzins bei 2,25 Prozent gehalten, ein Niveau, das seit Oktober unverändert ist.

Gouverneur Tiff Macklem betonte die Rolle der Zentralbank als Stabilitätsanker in einem Umfeld erhöhter Unsicherheit, die durch die US-Handelspolitik, geopolitische Risiken und insbesondere den Krieg im Iran verstärkt wird.

Dieser Konflikt treibt die Ölpreise stark in die Höhe, was kurzfristig die Inflation anheizen wird.

Die Bank unterstützt die Wirtschaftstätigkeit, während sie gleichzeitig sicherstellt, dass der Anstieg der Energiepreise nicht zu einer anhaltenden Inflation führt.

Die kanadische Wirtschaft befindet sich weiterhin in einem Angebotsüberschuss und wächst langsam, während sie sich an US-Zölle und Unsicherheiten anpasst.

Das BIP schrumpfte im vierten Quartal des Vorjahres um 0,6 Prozent, erholt sich aber Anfang 2026 langsamer als erwartet.

Dilemma zwischen Wachstum und Inflation

Die Inflation in Kanada lag im Februar bei 1,8 Prozent, nach 2,3 Prozent im Januar, und damit nahe dem Zwei-Prozent-Ziel.

Jedoch wird der jüngste Anstieg der globalen Energiepreise die Teuerung in den kommenden Monaten wieder nach oben treiben.

Der Arbeitsmarkt bleibt schwach, mit einer Arbeitslosenquote von 6,7 Prozent im Februar.

Die Finanzbedingungen haben sich bereits verschärft: Globale Anleiherenditen sind gestiegen, Aktienmärkte sind gefallen und Kredit-Spreads haben sich ausgeweitet.

Die Risiken für das Wirtschaftswachstum sind nach unten gerichtet, während die Inflationsrisiken aufgrund der Energiepreise nach oben tendieren.

Diese Kombination aus wirtschaftlicher Schwäche und steigender Inflation stellt Zentralbanken vor ein Dilemma, da Zinserhöhungen die Wirtschaft weiter schwächen und Zinssenkungen die Inflation über das Ziel treiben könnten.

Gratwanderung in der Geldpolitik

Die Bank of Canada steht vor einer komplexen Gratwanderung: Einerseits ist die Inflation nahe am Ziel, andererseits droht der Iran-Krieg eine neue Preiswelle auszulösen.

Die Entscheidung, den Leitzins zu halten, spiegelt den Versuch wider, Stabilität zu bewahren, ohne voreilig auf kurzfristige Schocks zu reagieren.

Doch die strukturellen Veränderungen wie KI-Adoption und demografischer Wandel erhöhen den Druck auf die Notenbank, die richtige Balance zu finden.

Quelle: Tiff Macklem: Release of the Monetary Policy Report

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