Leitzins in Kasachstan bleibt bei 18,0 Prozent
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Leitzins in Kasachstan bleibt bei 18,0 Prozent

Die Kasachische Nationalbank belässt ihren Leitzins bei 18,0 Prozent. Gouverneur Timur M Suleimenov betonte, dass trotz rückläufiger Inflation noch kein Spielraum für eine Senkung bestehe.

Geduld trotz sinkender Teuerung

Das geldpolitische Komitee der Kasachischen Nationalbank hat beschlossen, den Leitzins bei 18,0 Prozent zu belassen.

Die jährliche Inflation verlangsamte sich im Februar auf 11,7 Prozent, nach 12,2 Prozent im Januar.

Diese Entspannung wird durch moderat straffe monetäre Bedingungen, die Umsetzung von Anti-Inflationsmaßnahmen und eine Verlangsamung der unbesicherten Konsumentenkredite unterstützt.

Moratorien für Versorgungs- und Kraftstoffpreise sowie eine günstigere Tenge-Wechselkursdynamik tragen ebenfalls zur Inflationsdämpfung bei.

Pro-inflationärer Druck bleibt jedoch bestehen, reflektiert durch erhöhte Inflationserwartungen und das Risiko von Zweitrundeneffekten aus Steueränderungen.

"Es gibt derzeit keinen Spielraum für eine Zinssenkung," erklärte Gouverneur Suleimenov, da sich die Wirtschaft noch an Steueränderungen anpasse und Kerninflation sowie Inflationserwartungen entscheidende Faktoren blieben.

Globale Risiken und heimische Nachfrage

Zusätzliche Risiken ergeben sich aus dem externen Umfeld, geprägt von erhöhten geopolitischen Spannungen und Schwankungen der Ölpreise.

Dies führt dazu, dass große Zentralbanken eine längere Phase straffer globaler monetärer Bedingungen anstreben.

Die Binnenwirtschaft außerhalb des Rohstoffsektors expandiert weiterhin, mit starkem Wachstum im Bauwesen (14,4 Prozent), Kommunikation (7,9 Prozent) und Transport (5,1 Prozent).

Das Wachstum des Einzelhandels verlangsamte sich im Januar auf 2,1 Prozent im Jahresvergleich, was eine Anpassung der Konsumenten an neue Steuerbedingungen widerspiegelt.

Die Kreditvergabe an Haushalte, insbesondere im Segment der unbesicherten Konsumentenkredite, verlangsamt sich ebenfalls erheblich und sank im Januar um 7,2 Prozent im Jahresvergleich.

Balanceakt zwischen Stabilität und Wachstum

Die Entscheidung unterstreicht die Priorität der Nationalbank, Inflationserwartungen zu stabilisieren, auch wenn dies kurzfristig Wachstum kostet.

Die Betonung der "letzten Meile" und der anhaltenden Risiken zeigt eine vorsichtige Haltung, die voreilige Lockerungen vermeiden will.

Für die Wirtschaft bedeutet dies eine Fortsetzung der Anpassungsphase, mit potenziellen Zinssenkungen erst in der zweiten Jahreshälfte, falls sich die Inflation nachhaltig verlangsamt.