Tokenomics treibt Blockchain-Fragmentierung und untergräbt Geld-Netzwerkeffekte
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Tokenomics treibt Blockchain-Fragmentierung und untergräbt Geld-Netzwerkeffekte

Geld basiert auf starken Netzwerkeffekten, doch die Dezentralisierung öffentlicher Blockchains untergräbt diese und führt zur Fragmentierung. Eine neue BIZ-Studie erklärt, wie Tokenomics Kapazitätsengpässe erzwingt und Nutzer auf konkurrierende Plattformen treibt.

Kapazitätsengpässe als Feature, nicht Bug

Geld lebt von starken Netzwerkeffekten: Je mehr es akzeptiert wird, desto nützlicher ist es.

Doch die Dezentralisierung öffentlicher Blockchains untergräbt dieses Prinzip.

Validatoren, die Transaktionen prüfen, müssen belohnt werden, um den Konsens aufrechtzuerhalten.

Diese Belohnungen werden letztlich von den Nutzern über Transaktionsgebühren, sogenannte „Gas Fees“, getragen.

Wenn die Nachfrage nach Blockplatz hoch ist, steigen die Gebühren stark an.

Dies ist kein Fehler, sondern ein notwendiges Merkmal, um Validatoren zu incentivieren.

Hohe Gebühren schrecken jedoch Nutzer ab, insbesondere bei kleinen Transaktionen, und treiben sie zu konkurrierenden Blockchains mit niedrigeren Gebühren und geringerer Sicherheit.

Diese Abwanderung und die daraus resultierende Sortierung der Nutzer sind der Kern der Blockchain-Fragmentierung.

Das Dilemma der dezentralen Koordination

Historisch dienten Zentralbanken als Anker für die Koordination im Geldsystem, indem sie eine einheitliche Währung ausgaben.

Die Blockchain-Technologie versprach, diese Koordinationsfunktion ohne zentrale Autorität zu replizieren, durch einen verteilten Konsens der Validatoren.

Ein öffentliches, erlaubnisfreies Blockchain-System ermöglicht jedem die Teilnahme als Validator oder Nutzer.

Der Konsensmechanismus – wie Proof of Work (PoW) oder Proof of Stake (PoS) – ist entscheidend, damit sich Validatoren auf den Zustand des Ledgers einigen.

Doch auch hier bleibt ein Kernproblem: Validatoren müssen ausreichend belohnt werden, um zur Governance beizutragen und das Risiko mangelnder Koordination zu kompensieren.

Zersplitterung mit System

Die Studie zeigt überzeugend, dass die beobachtete Fragmentierung des Blockchain-Ökosystems kein Zufall, sondern eine systemische Konsequenz der Tokenomics ist.

Dies untergräbt die grundlegenden Netzwerkeffekte, die Geld seinen sozialen Wert verleihen, und führt zu einer gefährlichen Zersplitterung der Liquidität, insbesondere bei Stablecoins.

Für die Zukunft des globalen Währungssystems bedeutet dies eine erhebliche Herausforderung, die weit über technische Fragen hinausgeht.

Quelle: Tokenomics and blockchain fragmentation

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