Inflation nach Pandemie: Japan und USA zeigen ähnliche Muster
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Inflation nach Pandemie: Japan und USA zeigen ähnliche Muster

Eine neue Studie von Kaori Ochi vergleicht die Inflationsdynamik nach der Pandemie in Japan und den USA. Sie zeigt, dass beide Länder ähnliche zyklische Muster aufweisen, wobei anfängliche Versorgungs- und globale Schocks von Nachfrage- und Arbeitsmarktfaktoren abgelöst wurden.

Das Inflations-Dreigestirn: Schocks, Nachfrage, Arbeitsmarkt

Die Studie identifiziert drei zentrale Erkenntnisse zur Inflation nach der COVID-19-Pandemie in Japan und den USA.

Beide Länder zeigen ähnliche zyklische Muster: Der anfängliche Inflationsanstieg wurde durch Versorgungs- und globale Schocks getrieben, gefolgt von aufgestauter Nachfrage.

Dies führte letztlich zu Inflationsdruck durch straffere Arbeitsmärkte.

Die Analyse unterstreicht den nicht zu vernachlässigenden Beitrag der Arbeitsmarktanspannung zur Inflation in beiden Volkswirtschaften.

Zudem erweisen sich narrative Zeichenbeschränkungen als effektive Strategie zur Identifizierung struktureller Schocks in der Inflationsdynamik.

Die Suche nach den wahren Treibern

Die Identifizierung struktureller Inflationsschocks ist für Zentralbanken entscheidend, da die Ursachen unterschiedliche Implikationen für die Inflationspersistenz und geldpolitische Maßnahmen haben.

Die akademische Diskussion ist jedoch noch nicht zu einem Konsens gelangt.

Eine zentrale Frage ist, ob der Inflationsanstieg durch Angebots- oder Nachfragefaktoren verursacht wurde.

Ebenso umstritten ist die Rolle der Arbeitsmarktbedingungen.

Studien in den USA zeigen gemischte Ergebnisse bezüglich des Beitrags von Nachfrage, Lieferkettenstörungen und Arbeitsmarktanspannung.

In Japan wird ein schwächerer Einfluss des Arbeitsmarktes auf die Inflation berichtet, was die unterschiedlichen Kontextbedingungen der Volkswirtschaften unterstreicht.

Mehr Klarheit im Inflations-Nebel

Diese Studie liefert eine wichtige methodische Weiterentwicklung zur Analyse der Inflationsdynamik.

Die Erkenntnisse über die sequenzielle Abfolge der Schocks und die Rolle des Arbeitsmarktes sind für Zentralbanken entscheidend, um zielgerichtete geldpolitische Maßnahmen zu entwickeln.

Sie hilft, den komplexen Inflationsprozess besser zu verstehen und zukünftige Risiken präziser einzuschätzen.