US-Zölle 2025: Realisierte Raten kaum Effekt auf Arbeitsmarkt
Eine neue Studie der Federal Reserve Bank of Richmond analysiert die US-Importzölle von 2025. Sie zeigt, dass die tatsächlichen Zollsätze – die „realisierten Tarife“ – erheblich von den angekündigten abwichen und kaum Auswirkungen auf den lokalen Arbeitsmarkt hatten.
Realität statt Ankündigung
Die Studie dokumentiert eine große und anhaltende Diskrepanz zwischen den angekündigten und den tatsächlich erhobenen US-Importzöllen im Jahr 2025.
Diese Abweichung, die in einigen Monaten fast die Hälfte betrug, wurde durch innerstaatliche Produktumschichtungen, länderübergreifende Bezugsquellenwechsel und Implementierungshemmnisse verursacht.
Die Autoren betonen, dass die gesetzlichen Zollsätze daher ein unzureichender Indikator für den tatsächlichen Handelsschock sind, dem Unternehmen ausgesetzt waren.
Basierend auf den realisierten Zöllen stellten die Forscher fest, dass die Weitergabe dieser Zölle an die Importpreise nahezu hundertprozentig erfolgte.
Dies deutet auf eine vernachlässigbare Anpassung durch ausländische Exporteure und eine signifikante Reduzierung der Importmengen hin, wobei ein einprozentiger Anstieg der Zollsätze zu einem Rückgang der Importmengen um 1,4 Prozent führte.
Die Preisanpassung erfolgte dabei unmittelbar nach Einführung der Zölle, was deren Funktion als direkten Grenzkostenschock unterstreicht.
Die Ergebnisse ähneln denen der Tarifepisode 2018-2019, obwohl die 2025er Zölle breiter angelegt waren.
Arbeitsmarkt: Kaum spürbare Effekte
Die Untersuchung der 2025er Zölle auf lokale Arbeitsmärkte ergab nur geringfügige Effekte.
Regionen mit höherer Exposition gegenüber importkonkurrierenden Sektoren erlebten leichte Rückgänge der Arbeitslosigkeit, was die schützende Rolle der Zölle unterstreicht.
Steigende Inputkosten führten marginal zu einer schwächeren Erwerbsbeteiligung.
Beide Effekte waren jedoch ökonomisch vernachlässigbar und räumlich heterogen.
Im Gegensatz zur Tarifepisode 2018-2019, die zu einem Rückgang der Beschäftigung im verarbeitenden Gewerbe führte, zeigten die 2025er Zölle keine großen Arbeitsmarktveränderungen.
Die Studie hebt hervor, dass die Zölle von 2025 primär als breit angelegter Kostenschock an der Grenze wirkten, mit geringen Anpassungen der Exportpreise und bescheidenen, geografisch verteilten Auswirkungen auf die lokalen Arbeitsmärkte.
Messfehler mit Folgen
Diese Studie liefert eine entscheidende Erkenntnis: Die Diskrepanz zwischen angekündigten und realisierten Zöllen ist nicht nur ein Messdetail, sondern verfälscht die Analyse realer wirtschaftlicher Auswirkungen.
Wer sich auf die offiziellen Raten verlässt, unterschätzt die Anpassungsfähigkeit von Unternehmen und die tatsächliche Belastung der Importeure.
Für die Politik bedeutet dies, dass die Wirkung von Handelsmaßnahmen nur mit präzisen Daten über die tatsächliche Zollbelastung korrekt bewertet werden kann.