Dallas Fed-Studie: Schwache Instrumente verzerren Impulsantworten – VARs robuster, neue Tests nötig
Paradox: Schwache Instrumente verzerren Impulsantwortfunktionen (IRFs) in makroökonomischen Modellen erheblich. Eine neue Studie der Federal Reserve Bank of Dallas zeigt, dass VARs robuster sind und schlägt neue Testverfahren vor, um diese Verzerrungen zu erkennen.
Verzerrte Signale aus der Makroökonomie
Impulsantwortfunktionen (IRFs) sind zentral für die Analyse dynamischer Effekte struktureller Schocks in der empirischen Makroökonomie.
Ihre Schätzung basiert oft auf Verhältnissen von OLS-Schätzern, was in endlichen Stichproben zu statistischen Herausforderungen führt.
Insbesondere bei 'schwachen Instrumenten' können diese Schätzer stark verzerrt sein und ihre Verteilung weicht erheblich von der Normalverteilung ab.
Makroökonomische Anwendungen sind aufgrund kurzer Stichproben und geringer exogener Variation besonders anfällig.
Die Studie entwickelt neue Werkzeuge zur Analyse dieser Verzerrungen, indem sie die Finite-Sample-Verteilung von IRF-Schätzern unter einem 'local-to-zero'-Ansatz approximiert.
Da die resultierende Verteilung keinen endlichen Mittelwert besitzt, wird der Bias über den Modus gemessen, was eine intuitive Alternative zur konventionellen, mittelwertbasierten Definition darstellt.
VARs robuster, neue Tests nötig
Die Autoren leiten aus ihren analytischen Ergebnissen drei zentrale Erkenntnisse für die angewandte Forschung ab.
Erstens: Im 'local-to-zero'-Rahmen übersteigt der modale IRF-Bias in Vektorautoregressionen (VARs) niemals den Bias in lokalen Projektionen (LPs) und ist oft geringer.
Daher sollten Forscher, die Robustheit gegenüber schwachen Instrumenten priorisieren, VARs gegenüber LPs bevorzugen.
Zweitens: Bestehende Testverfahren für schwache Instrumente in Einzelgleichungsmodellen sind für die meisten IRF-Anwendungen ungeeignet.
Die Studie schlägt einen neuen, einfachen Test vor, der auf der üblichen First-Stage-F-Statistik basiert.
Drittens: Eine Untersuchung verschiedener IRF-Anwendungen aus der Literatur zeigt, dass schwache Identifikation häufig ein wichtiges Problem bleibt.
Zusätzliche Restriktionen auf strukturelle Parameter können die Aussagekraft des Tests erhöhen.
Ein Weckruf für die Makroökonometrie
Diese Studie ist ein wichtiger Beitrag zur Debatte um die Robustheit empirischer Makromodelle.
Sie liefert nicht nur eine fundierte theoretische Analyse, sondern auch praktische Werkzeuge, um verbreitete Verzerrungen zu erkennen.
Für Forscher bedeutet dies eine klare Präferenz für VARs und die Notwendigkeit, die Instrumentenstärke kritischer zu hinterfragen.