Geburtenrate in den USA: Wunsch und biologische Hürden
Eine Studie der Federal Reserve Bank of Atlanta zeigt, dass der Rückgang der Geburtenraten in den USA nicht nur auf veränderte Präferenzen, sondern auch auf biologische Schwierigkeiten zurückzuführen ist. Besonders die Gen Z zeigt einen geringeren Kinderwunsch, während medizinische Hürden generationsübergreifend zunehmen.
Wunsch und Unvermögen: Zwei Treiber des Rückgangs
Die Analyse der National Survey of Family Growth bestätigt, dass neuere Frauengenerationen seltener Kinder bekommen als frühere.
Die Studie identifiziert zwei Hauptursachen für diesen Rückgang, wenn man Frauen im gleichen Alter vergleicht: Erstens einen deutlichen Rückgang des Kinderwunsches, der jedoch nur bei der jüngsten Generation (Gen Z) im Sample beobachtet wird.
Zweitens eine Zunahme der medizinischen Schwierigkeiten beim Kinderkriegen, die alle Generationen von Frauen seit der Boomer-Generation betrifft.
Diese Erkenntnisse sind entscheidend, um die Dynamik hinter den sinkenden Geburtenraten in den USA zu verstehen und zielgerichtete politische Maßnahmen zu entwickeln.
Die Arbeit leistet einen primären Beitrag, indem sie die zunehmenden medizinischen Schwierigkeiten bei der Empfängnis und Geburt (eingeschränkte Fruchtbarkeit) neben der derzeit dominierenden Theorie der sich ändernden Prioritäten und Präferenzen jüngerer Kohorten von Frauen betrachtet.
Mehr als nur Präferenzen: Biologische Grenzen
Bisherige Erklärungen für die sinkenden Geburtenraten konzentrierten sich primär auf sich ändernde Präferenzen und Prioritäten, insbesondere bei jüngeren Kohorten.
Die vorliegende Studie ergänzt diese Sichtweise, indem sie die Rolle medizinischer Hindernisse wie Unfruchtbarkeit und eingeschränkter Fruchtbarkeit hervorhebt.
Die Autoren nutzen Mikrodaten der National Survey of Family Growth und ein trivariates Probit-Modell, um gemeinsam zu bestimmen, ob eine Frau ein Kind hatte, ob sie ein Kind wünscht und ob sie unter eingeschränkter Fruchtbarkeit leidet.
Dieser empirische Rahmen ermöglicht es, den Anteil von nachfrageorientierten Präferenzen und biologischen Einschränkungen an den beobachteten Geburtsergebnissen zu quantifizieren, wobei wichtige demografische Merkmale konstant gehalten werden.
Die Ergebnisse zeigen bemerkenswerte Unterschiede zwischen der Gen Z und früheren Kohorten auf.
Komplexe Ursachen erfordern differenzierte Politik
Die Studie liefert eine wichtige Differenzierung der Ursachen für sinkende Geburtenraten, die für die Politikgestaltung unerlässlich ist.
Es reicht nicht aus, nur den Kinderwunsch zu adressieren, wenn biologische Hürden eine zunehmende Rolle spielen.
Effektive Maßnahmen müssen sowohl gesellschaftliche Präferenzen als auch den Zugang zu medizinischer Unterstützung berücksichtigen, um den Trend umzukehren.
Quelle: What's Behind Declining Birth Rates in the U.S.?
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