Stournaras: Bulgariens Euro-Eintritt – Lehren aus Griechenlands Krise
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Stournaras: Bulgariens Euro-Eintritt – Lehren aus Griechenlands Krise

Yannis Stournaras, Gouverneur der Bank von Griechenland, begrüßt Bulgariens Euro-Beitritt als historischen Meilenstein. Er betont die Notwendigkeit einer umsichtigen Fiskalpolitik und starker Institutionen, basierend auf den Erfahrungen Griechenlands.

Euro-Beitritt: Bulgariens Chance, Griechenlands Lehren

Bulgariens Euro-Beitritt stärkt die Währungsunion und eliminiert Wechselkursrisiken, so Stournaras.

Griechenland erfuhr nach seinem Beitritt 2001 ähnliche Vorteile durch reduzierte Transaktionskosten, erleichterten Handel und gestärkte monetäre Glaubwürdigkeit.

Doch die griechische Erfahrung zeigte auch, dass eine erfolgreiche Teilnahme eine umsichtige Fiskalpolitik, eine disziplinierte Lohn- und Preisbildung, starke Institutionen, Strukturreformen und eine robuste Bankenaufsicht erfordert.

Diese Faktoren sind entscheidend, um die Vorteile der Integration voll auszuschöpfen und Rückschläge zu vermeiden.

Griechenlands Krise: Zwillingsdefizite und Irrationalität

Griechenland erlebte nach der Euro-Einführung eine tiefe Staatsschuldenkrise, verursacht durch eine expansive Fiskalpolitik und Lohnwachstum über der Produktivität.

Dies führte zu 'Zwillingsdefiziten' von je 15 Prozent des BIP.

Strukturelle Probleme wie Steuerhinterziehung und ein nicht tragfähiges Sozialsystem verschärften die Lage.

Die Kosten für Staatsanleihen fielen unter das wirtschaftlich gerechtfertigte Niveau, was die Haushaltsdisziplin schwächte.

Gleichzeitig trugen hohe Kapitalzuflüsse und schnelles Kreditwachstum zu Leistungsbilanzdefiziten bei und schufen gefährliche Verflechtungen zwischen Staat und Banken.

Architektur gestärkt, Hausaufgaben bleiben

Die griechische Krise hat die Schwachstellen der Euro-Architektur offengelegt und zu umfassenden Reformen geführt.

Die Schaffung der Bankenunion und des Europäischen Stabilitätsmechanismus hat die Währungsunion widerstandsfähiger gemacht.

Bulgarien tritt somit einer deutlich robusteren Eurozone bei, muss aber die Lehren aus der Vergangenheit beherzigen, um langfristige Stabilität zu gewährleisten.