BOC-Umfrage: Handel belastet Geschäftsaussichten in Q4 2025
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BOC-Umfrage: Handel belastet Geschäftsaussichten in Q4 2025

Die Geschäftsaussichten kanadischer Unternehmen blieben im vierten Quartal 2025 gedämpft. Handelspolitische Spannungen und Zölle belasten Umsatzwachstum und Investitionen, während die Inflationserwartungen stabil bleiben.

Handelsspannungen bremsen Umsätze und Investitionen

Die Stimmung in kanadischen Unternehmen blieb im vierten Quartal 2025 verhalten, erholte sich jedoch leicht von ihrem Tiefpunkt im zweiten Quartal des Jahres.

Anhaltende handelsbezogene Unsicherheiten und die breiten wirtschaftlichen Auswirkungen von Zöllen belasten weiterhin die Aussichten vieler Firmen.

Diese nannten finanzielle, wirtschaftliche und politische Unsicherheiten, eine nachlassende Nachfrage sowie Kostendruck als ihre größten Sorgen.

Das Umsatzwachstum war im vergangenen Jahr schwach, wobei ein Drittel der Unternehmen einen Rückgang der Verkaufszahlen verzeichnete – ein Anteil, der über dem historischen Durchschnitt liegt.

Für die Zukunft wird jedoch eine leichte Verbesserung des Umsatzwachstums erwartet, auch wenn das Niveau unter dem historischen Durchschnitt bleibt.

Exportumsätze sollen ebenfalls nur moderat wachsen, da die US-Nachfrage schwach ist und US-Kunden zögern, kanadische Lieferanten zu nutzen.

Eine kleine, aber wachsende Zahl von Unternehmen berichtet jedoch von höheren Umsätzen in Nicht-US-Märkten, um die Abhängigkeit von den USA zu reduzieren.

Positiv ist, dass die Zahl der Unternehmen, die eine Rezession in Kanada in den nächsten zwölf Monaten planen oder budgetieren, von 33 Prozent auf 22 Prozent gesunken ist, der niedrigste Wert im Jahr 2025.

Investitionsabsichten verbesserten sich leicht, wobei Unternehmen jedoch routinemäßige Wartungsausgaben priorisieren, teilweise aufgrund der anhaltenden handelsbezogenen Unsicherheit.

Stabile Inflation, sinkende Investitionen im Ölsektor

Die meisten Unternehmen verfügen angesichts der schwachen Nachfrage über ausreichende Kapazitäten und Arbeitskräfte.

Der Anteil der Firmen, die Schwierigkeiten bei einem unerwarteten Nachfrageanstieg hätten, liegt unter dem historischen Durchschnitt.

Die Erwartungen an das Lohnwachstum haben sich nach einem mehrjährigen Abwärtstrend stabilisiert, wobei tariflich stark betroffene Firmen geringeres Wachstum erwarten.

Der Druck durch zollbedingte Kostensteigerungen hat nachgelassen.

Die Inflationserwartungen der Unternehmen bleiben stabil zwischen 2,5 Prozent und 3 Prozent.

Im Öl- und Gassektor wird erwartet, dass die Ölpreise (WTI) im Jahr 2026 bei rund 60 US-Dollar pro Barrel verbleiben.

Die Investitionsausgaben in diesem Sektor sollen 2026 um 1,7 Prozent sinken, hauptsächlich aufgrund niedriger Ölpreise.

Trotz dieser Reduktion wird ein Anstieg der Produktion erwartet, getrieben durch Effizienzgewinne und verfügbare Exportpipelinekapazitäten.

Widerstandsfähigkeit unter Druck

Die Umfrage zeichnet ein Bild verhaltener Widerstandsfähigkeit der kanadischen Wirtschaft.

Während nachlassende Rezessionsängste und stabile Inflationserwartungen positive Signale senden, bremsen anhaltende Handelsspannungen Investitionen und Umsatzwachstum.

Dies deutet auf einen heterogenen Erholungspfad hin, der von sektorspezifischen Herausforderungen geprägt ist.