Geschäftsklima trübt sich ein: Ölpreise belasten
Das Geschäftsklima in Kanada hat sich im zweiten Quartal 2026 eingetrübt, nachdem es sich zuvor drei Quartale lang verbessert hatte. Steigende Treibstoffkosten und geopolitische Unsicherheit im Nahen Osten belasten die Konsum- und Geschäftsausgaben.
Divergenz zwischen Aktivität und Preisen
Das allgemeine Geschäftsklima in Kanada hat sich im zweiten Quartal 2026 verschlechtert, primär beeinflusst durch höhere Treibstoffkosten und die geopolitische Unsicherheit im Nahen Osten.
Dies führte zu einer Verlangsamung der Konsum- und Geschäftsausgaben.
Die Bank of Canada (BoC) führte die Umfrage vom 1. bis 21. Mai 2026 durch.
Die Exportaussichten der Unternehmen verbesserten sich jedoch, gestützt durch eine stärkere Nachfrage nach Rohstoffexporten und weniger Handelsunsicherheit.
Die BoC stellte in diesem Quartal neue Indikatoren für Aktivität und Preise vor, die eine Divergenz aufzeigen: Höhere Ölpreise üben Aufwärtsdruck auf die Preisaussichten aus, während sie die Aktivitätsaussichten außerhalb der Prärieprovinzen belasten.
Der Anteil der Unternehmen, die eine Rezession in Kanada in den nächsten 12 Monaten erwarten, stieg von 9 auf 17 Prozent, bleibt aber unter den Werten von 2025.
Regionale Unterschiede und Investitionspläne
Die Auswirkungen des Krieges im Nahen Osten und der gestiegenen Ölpreise auf die Geschäftsaktivität variierten regional.
Unternehmen in den Prärieprovinzen meldeten verbesserte Aussichten für Umsatz, Investitionen und Neueinstellungen, hauptsächlich getragen vom Ölsektor.
Im Gegensatz dazu verzeichneten Unternehmen im restlichen Kanada schwächere Aussichten aufgrund erhöhter Unsicherheit und der negativen Effekte hoher Treibstoffkosten auf Haushaltsausgaben und Geschäfts-Nachfrage.
Die Investitionsabsichten der Unternehmen blieben insgesamt stark, wobei produktivitätsbezogene Investitionen, einschließlich KI-Integration, weiterhin verbreitet sind.
Die Beschäftigungsabsichten schwächten sich leicht ab und liegen unter dem historischen Durchschnitt, mit Ausnahme der Prärieprovinzen.
Die meisten Unternehmen meldeten keine Kapazitätsengpässe oder Arbeitskräftemangel, obwohl die Schwierigkeiten bei der Beschaffung kritischer Inputs zunahmen, aber nicht als nachfragebegrenzend angesehen wurden.
Geopolitik als Inflationsmotor
Die Umfrageergebnisse unterstreichen die Anfälligkeit der kanadischen Wirtschaft für externe Schocks, insbesondere durch geopolitische Ereignisse und Rohstoffpreise.
Die deutliche Zunahme der Inflationserwartungen, getrieben durch Ölpreise, stellt die BoC vor ein Dilemma, da die Aktivitätsaussichten gleichzeitig nachlassen.
Die regionalen Disparitäten erschweren eine einheitliche geldpolitische Reaktion und könnten zu einer ungleichmäßigen Erholung führen.
Quelle: Business Outlook Survey—Second Quarter of 2026
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