Kanadische Konsumenten: Ausgaben gedämpft, Krieg treibt Preise
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Kanadische Konsumenten: Ausgaben gedämpft, Krieg treibt Preise

Die Konsumentenerwartungen in Kanada bleiben im ersten Quartal 2026 gedämpft, beeinflusst von hohen Preisen und Arbeitsplatzsorgen. Eine Sonderumfrage zeigt, dass der Krieg im Nahen Osten die Wirtschaft schwächen und die Preise weiter erhöhen dürfte.

Gedämpfte Stimmung vor dem Krieg

Vor dem Ausbruch des Krieges im Nahen Osten blieben die Ausgabenpläne der kanadischen Konsumenten verhalten, gebremst durch anhaltende Preisbedenken und wirtschaftliche Unsicherheit.

Eine leichte Verbesserung gegenüber dem Vorquartal war jedoch spürbar, da der Druck durch Handelsspannungen nachließ.

Der Arbeitsmarkt wurde weiterhin als schwach wahrgenommen, und die Angst vor Arbeitsplatzverlusten blieb hoch.

Besonders betroffen waren Arbeitnehmer in Sektoren, in denen künstliche Intelligenz (KI) ein höheres Risiko der Aufgabenersetzung birgt.

Die kurzfristigen Inflationserwartungen waren weitgehend unverändert und lagen weiterhin über dem historischen Durchschnitt der Umfrage, angetrieben insbesondere durch die Erwartung starker Lebensmittelpreisinflation.

Die langfristigen Inflationserwartungen gingen im Vergleich zum Vorjahr leicht zurück.

Diese Ergebnisse spiegeln eine vorsichtige Haltung der Haushalte wider, die ihre Ausgabenpläne an die anhaltenden wirtschaftlichen Herausforderungen anpassen.

Krieg und KI prägen die Zukunftssicht

Nach dem Ausbruch des Krieges im Nahen Osten erwarten die meisten kanadischen Haushalte eine Schwächung der Wirtschaft und höhere Preise.

Eine Sonderumfrage der Bank of Canada ergab, dass insbesondere bei einer anhaltenden Konfliktdauer deutliche Anstiege der Benzin- und Lebensmittelpreise befürchtet werden.

Diese Erwartungen haben bereits zu konkreten Verhaltensänderungen geführt: 21 Prozent der Befragten haben Reisen storniert oder verschoben, hauptsächlich aufgrund gestiegener Reisekosten.

Zudem haben 28 Prozent größere Ausgaben reduziert oder aufgeschoben.

Parallel dazu wachsen die Bedenken hinsichtlich der Arbeitsplatzsicherheit durch künstliche Intelligenz.

Arbeitnehmer in KI-gefährdeten Sektoren berichteten von erhöhten Verlustängsten, obwohl viele KI primär zur Produktivitätssteigerung nutzen.

Die Umfrage beleuchtet die ambivalente Wahrnehmung von KI als Hilfsmittel und potenziellen Jobkiller.

Geopolitik überschattet Binnenwirtschaft

Die Ergebnisse zeigen, dass geopolitische Ereignisse die kanadische Konsumentenstimmung stark beeinflussen und inländische Herausforderungen überlagern.

Die Bank of Canada steht vor der komplexen Aufgabe, auf eine Mischung aus persistenten internen Problemen und unkontrollierbaren externen Schocks zu reagieren.

Dies unterstreicht die Grenzen traditioneller Geldpolitik in einer zunehmend volatilen Weltwirtschaft.