Fed-Interventionen dämpfen Marktfurcht in Krisen
Eine neue Studie der Bank of Canada untersucht den Einfluss von Fed-Kriseninterventionen auf die wahrgenommene Marktfurcht. Sie entwickelt einen methodischen Rahmen, um den kausalen Effekt unerwarteter Fed-Maßnahmen auf Veränderungen der Marktfurcht zu bewerten.
Risiko- und Informationskanäle
Die Studie analysiert, wie Fed-Kriseninterventionen die Marktfurcht – das wahrgenommene Risiko großer Kursrückgänge – beeinflussen.
Sie zeigt, dass die Fed über zwei Hauptkanäle wirkt: den Risikokanal und den Informationskanal.
Der Risikokanal dominiert bei kurz- bis mittelfristigen Horizonten und wird primär durch Assetkäufe aktiviert, die direkt die Preise stützen und das Ausfallrisiko reduzieren.
Der Informationskanal hingegen ist bei längeren Horizonten prägend und operiert hauptsächlich über Zinspolitiken, die Signale über die langfristige wirtschaftliche Stabilität und die Entschlossenheit der Zentralbank senden.
Die Forscher extrahieren tägliche Furcht-Terminstrukturen aus Optionsmärkten mit Laufzeiten von zwei Wochen bis zu zehn Jahren.
Hochfrequente Preisbewegungen um Krisenankündigungen herum werden genutzt, um den Schockanteil der Fed-Interventionen zu isolieren und deren heterogene Effekte zu messen.
Die Lehren aus den Turbulenzen von 2020
Die Studie konzentriert sich auf die extremen Marktturbulenzen im Frühjahr 2020, eine Periode, in der das breite Spektrum unkonventioneller Fed-Instrumente erstmals voll verfügbar war.
Die Fed-Ankündigungsschocks werden in fünf verschiedene Politikgruppen klassifiziert, um die heterogenen Auswirkungen der Kriseninstrumente zu erfassen.
Die Ergebnisse zeigen zwei zentrale Zielkonflikte: Konventionelle Maßnahmen zur Liquiditätsbereitstellung störten die Märkte oft durch Informationseffekte, da die Interventionen als Zeichen größerer Fed-Besorgnis interpretiert wurden.
Unkonventionelle Instrumente wie Assetkäufe beruhigten die Märkte zwar, führten aber auch zu einem Rückgang der privaten Kosten für den Schutz vor Extremrisiken an den Aktienmärkten.
Zweischneidiges Schwert der Intervention
Die Studie entlarvt die naive Annahme, Zentralbank-Interventionen wirkten stets beruhigend.
Sie zeigt, dass konventionelle Maßnahmen kurzfristig sogar Unsicherheit schüren können, während unkonventionelle Tools langfristige Marktstrukturen verändern.
Für Zentralbanker bedeutet dies eine noch feinere Kalibrierung ihrer Instrumente, um unerwünschte Nebenwirkungen zu minimieren.