US-Klimawandel: Asymmetrische Erwärmung beeinflusst Ungleichheit
Eine Studie der Bank of Canada zeigt, dass der Klimawandel die Einkommensungleichheit in den USA beeinflusst. Asymmetrische Temperaturverschiebungen führen zu unterschiedlichen Effekten in den einzelnen Bundesstaaten.
Asymmetrische Erwärmung in den USA
Der Klimawandel in den USA manifestiert sich nicht nur in steigenden Durchschnittstemperaturen, sondern in einer asymmetrischen Verschiebung der gesamten Temperaturverteilung.
Eine Studie von Tatjana Dahlhaus und Barbara Sadaba von der Bank of Canada zeigt, dass zwischen 1920 und 2019 die Temperaturen in den unteren Perzentilen der meisten US-Bundesstaaten schneller zunahmen als in den höheren.
Dies deutet darauf hin, dass extreme Kälteperioden schneller wärmer werden als Hitzeperioden.
Die Forscherinnen entwickelten ein Klima-Ungleichheits-Vektor-Autoregressionsmodell (VAR), um die Auswirkungen von Veränderungen in diesen Temperaturverteilungsmerkmalen auf die Einkommensungleichheit zu untersuchen.
Ihre Analyse ergab, dass die Effekte nicht nur je nach Temperaturmerkmal, sondern auch stark zwischen den US-Bundesstaaten variieren, mit sowohl positiven als auch negativen Auswirkungen auf die Ungleichheit innerhalb der Staaten.
Eine klare Verbindung zwischen dem Klima oder dem Pro-Kopf-Einkommen eines Staates und den Ungleichheitseffekten konnte nicht festgestellt werden, wenn Veränderungen über mehrere Temperaturperzentile hinweg betrachtet werden.
Dies betont die Notwendigkeit einer differenzierten Betrachtung regionaler Klimafolgen.
Ungleichheit im Fokus: Jenseits des BIP
Die Klima-Ökonomie-Literatur fokussiert oft auf das Wirtschaftswachstum.
Diese Studie betont jedoch die Verteilungseffekte auf die Einkommensungleichheit, da Armut auch ohne signifikante BIP-Veränderungen zunehmen kann, wenn nur die Ärmsten betroffen sind.
Bisherige Forschung zu Verteilungseffekten konzentrierte sich auf Ländervergleiche, wobei ärmere Nationen als anfälliger gelten.
Diese Erkenntnisse sind jedoch nicht direkt auf die binnenstaatliche Ungleichheit in den USA übertragbar, wo Faktoren wie Klimaanlagen und nicht-lineare Temperatur-Einkommen-Beziehungen eine Rolle spielen.
Die Bank of Canada-Studie schließt diese Lücke, indem sie die binnenstaatlichen Auswirkungen des Klimawandels auf die Einkommensungleichheit in den US-Bundesstaaten mit einem umfassenden Ansatz zur Temperaturverteilung untersucht.
Komplexität erfordert lokale Antworten
Die Studie beleuchtet die Komplexität der Klimawandel-Auswirkungen auf die Ungleichheit und widerlegt einfache Kausalitäten.
Sie zeigt, dass regionale Temperaturverschiebungen und deren asymmetrische Natur entscheidend für die Verteilungseffekte sind.
Dies erfordert von der Politik maßgeschneiderte, lokale Anpassungsstrategien, die über generische Klimaziele hinausgehen.