Kanadas Leitzins bei 2,25 Prozent, Inflation steigt auf 2,4%
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Kanadas Leitzins bei 2,25 Prozent, Inflation steigt auf 2,4%

Die Bank of Canada (BOC) belässt ihren Leitzins bei 2,25 Prozent. Gouverneur Tiff Macklem warnte vor globalen Unsicherheiten und einem Anstieg der Inflation auf 2,4 Prozent im März.

Globale Turbulenzen und heimisches Wachstum

Die Bank of Canada (BOC) hat ihren Leitzins bei 2,25 Prozent belassen.

Gouverneur Tiff Macklem betonte, dass Kanada trotz globaler Ereignisse und geopolitischer Unsicherheiten wächst.

Nach über einem Jahr nahe dem 2-Prozent-Ziel treiben höhere globale Energiepreise die Inflation wieder nach oben.

Der Anstieg der Benzin- und Lebensmittelpreise belastet Kanadier.

Die Geldpolitik zielt darauf ab, dass der Energieschock nicht zu anhaltender Inflation führt.

Seit Januar haben der Krieg im Nahen Osten die globalen Energiepreise stark ansteigen lassen, die Volatilität erhöht und Rohstofflieferungen gestört.

Dies verschlechtert die globalen Wachstumsaussichten und kurbelt die Inflation an.

In Kanada scheint das Wachstum nach einem Rückgang Ende 2025 wieder aufgenommen worden zu sein.

Konsum- und Staatsausgaben tragen zum Wachstum bei, während US-Zölle und Handelsunsicherheiten Exporte und Investitionen belasten.

Der Arbeitsmarkt ist schwach, die Arbeitslosenquote liegt bei 6,5 bis 7 Prozent.

Die Bank prognostiziert ein Wirtschaftswachstum von 1,2 Prozent (2026), 1,6 Prozent (2027) und 1,7 Prozent (2028).

Die VPI-Inflation stieg von 1,8 Prozent im Februar auf 2,4 Prozent im März.

Bisher gibt es wenig Anzeichen für einen breiteren Durchschlag auf andere Preise, doch die BOC beobachtet dies genau.

Zinspfad zwischen Zöllen und Ölpreisen

Basierend auf jüngsten Markterwartungen für Ölpreise sollte die Inflation im April bei etwa 3 Prozent ihren Höhepunkt erreichen und bis Anfang nächsten Jahres wieder das 2-Prozent-Ziel erreichen.

Die Bank of Canada ist entschlossen, die Inflation langfristig stabil zu halten.

Die künftige Geldpolitik hängt maßgeblich vom Handelsabkommen zwischen Kanada, den USA und Mexiko, dem Nahostkonflikt sowie den Auswirkungen von US-Zöllen und Energiepreisen ab.

Der EZB-Rat wird die unmittelbaren Auswirkungen des Krieges auf die Inflation zwar durchschauen, aber nicht zulassen, dass hohe Energiepreise zu einer anhaltenden Teuerung führen.

Das Basisszenario der BOC geht von sinkenden Ölpreisen und stabilen US-Zöllen aus, was geringe Zinsänderungen impliziert.

Die Unsicherheit ist jedoch hoch, und die Geldpolitik muss flexibel bleiben.

Bei neuen US-Handelsbeschränkungen könnte eine Zinssenkung zur Wachstumsstützung nötig werden.

Bleiben die Ölpreise hingegen hoch und führen zu einer allgemeinen Inflation, wären aufeinanderfolgende Zinserhöhungen denkbar.

Die BOC ist bereit, bei Bedarf zu reagieren.

Zwischen allen Stühlen

Die Bank of Canada befindet sich in einer schwierigen Lage, gefangen zwischen globalen Gegenwinden, einer schwachen Binnenwirtschaft und gleichzeitig steigendem Inflationsdruck.

Die stark konditionierte Forward Guidance unterstreicht die extreme Unsicherheit, mit der die Zentralbank konfrontiert ist.

Dies deutet auf eine eher reaktive als proaktive Haltung hin, was bei schnellen Szenarienänderungen zu erhöhter Marktvolatilität führen könnte.