Studie: Optimaler Mix aus konventioneller und unkonventioneller Geldpolitik
Eine neue Studie der Bank of Canada zeigt: In Ökonomien mit heterogenen Haushalten ist bei einem Kostenschock ein Mix aus steigenden Kurz- und sinkenden Langfristzinsen optimal. Dies stabilisiert die Inflation, erhöht aber die Konsumungleichheit.
Kurzfristig straffen, langfristig lockern
Eine neue Analyse der Bank of Canada beleuchtet den optimalen Einsatz konventioneller und unkonventioneller geldpolitischer Instrumente in Volkswirtschaften mit heterogenen Haushalten und Hypothekenschulden.
Die Forscher entwickelten ein dynamisches stochastisches allgemeines Gleichgewichtsmodell (DSGE), das drei Haushaltstypen – Sparer, Kreditnehmer und Mieter – sowie Wohnungsbauinvestitionen und langfristige Festhypotheken berücksichtigt.
Bei einem Kostenschock, der die Inflation antreibt, ist es demnach optimal, den kurzfristigen Leitzins zu erhöhen, um die Teuerung einzudämmen.
Gleichzeitig sollte der langfristige Zins gesenkt werden, um den finanziellen Druck auf verschuldete Haushalte und Mieter zu mindern.
Diese Kombination beschleunigt die Erholung von Investitionen und Produktion und stabilisiert die Inflation, verschärft jedoch die Konsumungleichheit.
Im Gegensatz dazu würde in einem Modell mit einem repräsentativen Agenten die optimale Reaktion darin bestehen, beide Zinsen anzuheben.
Heterogenität verändert das Regelwerk
Die postpandemische Inflation und die damit einhergehende Belastung verschuldeter Haushalte haben die Debatte über den optimalen Mix konventioneller und unkonventioneller Geldpolitik neu entfacht.
Die Studie der Bank of Canada modelliert eine Ökonomie mit drei Haushaltstypen – Sparer, Kreditnehmer und Mieter – sowie Wohnungsbauinvestitionen und langfristigen Festhypotheken.
Die Zentralbank steuert sowohl den kurzfristigen Nominalzins als auch den langfristigen Zins durch Anpassungen der Fälligkeitsstruktur von Staatsanleihen.
Dieser Ansatz ermöglicht es, die gemeinsamen Beiträge von Standardzinspolitik und unkonventionellen Instrumenten wie quantitativer Lockerung oder Zinskurvensteuerung zur makroökonomischen Stabilisierung zu untersuchen.
Verteilungsfragen im Fokus
Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, Verteilungskonsequenzen bei der Gestaltung der Geldpolitik zu berücksichtigen, insbesondere in hoch verschuldeten Volkswirtschaften.
Die Zinskurvensteuerung erweist sich als wertvolles Instrument, um finanzielle Belastungen abzufedern und die Erholung zu beschleunigen.
Allerdings zeigt die Studie auch, dass selbst ein optimaler Policy-Mix die Konsumungleichheit verschärfen kann, was die Grenzen geldpolitischer Instrumente aufzeigt.