Öffentliche Zahlungsplattformen: Wohlfahrtsgewinne, aber komplexe Gebührenreaktionen
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Öffentliche Zahlungsplattformen: Wohlfahrtsgewinne, aber komplexe Gebührenreaktionen

Eine neue Studie der Bank of Canada untersucht den Wettbewerb zwischen wohlfahrtsmaximierenden öffentlichen und gewinnmaximierenden privaten Zahlungsplattformen. Sie zeigt, dass öffentliche Plattformen die Gesamtwohlfahrt und finanzielle Inklusion erhöhen können, private Anbieter jedoch ihre Gebühren für Händler anpassen könnten.

Wohlfahrtsgewinne durch strategische Zurückhaltung

Eine neue Studie der Bank of Canada modelliert den Wettbewerb zwischen einer wohlfahrtsmaximierenden öffentlichen und einer gewinnmaximierenden privaten Zahlungsplattform.

Die Einführung einer öffentlichen Plattform erhöht demnach die Gesamtwohlfahrt und die finanzielle Inklusion.

Die optimale Preisgestaltung der öffentlichen Plattform weicht jedoch vom theoretischen Ideal ab: Anstatt aggressiv die Preise zu unterbieten, übt sie eine 'wohlwollende Zurückhaltung' aus.

Dies verhindert eine ineffiziente Abwanderung von Nutzern von der privaten Plattform, welche deren Netzwerkeffekte untergraben und den Nutzen für verbleibende Nutzer mindern würde.

Die Studie hebt hervor, wie zweiseitige Netzwerkeffekte zu dieser strategischen Zurückhaltung führen.

Verzerrte Gebühren und heikle Mandate

Die Studie zeigt, dass private Plattformen ihre Gebührenstrukturen im Wettbewerb mit öffentlichen Anbietern anpassen: Sie senken die Gebühren für Konsumenten, erhöhen jedoch die Fixgebühren für Händler.

Dies benachteiligt Händler, die weiterhin private Plattformen nutzen, ein Effekt, der mit der Theorie der 'wettbewerbsintensiven Engpässe' erklärt wird.

Zudem sind gängige politische Vorgaben wie Nullgebühren für Konsumenten (z.B. Pix, Digitaler Euro) oder strikte Kostendeckung (z.B. FedNow) in zweiseitigen Märkten nicht immer wohlfahrtsoptimal.

Ihre positiven Effekte hängen kritisch von Netzwerkeffekten, dem Nutzerwechselverhalten und der Plattformdifferenzierung ab.

Komplexität statt einfacher Lösungen

Diese Studie liefert eine wichtige Warnung an Regulierer: Einfache Mandate wie Nullgebühren oder Kostendeckung können die gewünschten Wohlfahrtsgewinne öffentlicher Zahlungsplattformen untergraben.

Die optimale Preisgestaltung erfordert ein tiefes Verständnis von Netzwerkeffekten und Nutzerverhalten, statt auf pauschale Regeln zu setzen.

Für die Gestaltung zukünftiger digitaler Währungen und schneller Zahlungssysteme ist dies eine zentrale Erkenntnis.