Kanadische Zentralbank belässt Leitzins bei 2,25 Prozent
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Kanadische Zentralbank belässt Leitzins bei 2,25 Prozent

Der Governing Council der Bank of Canada (BOC) hat den Leitzins bei 2,25 Prozent belassen. Die Entscheidung erfolgte am 18. März 2026 nach intensiven Beratungen über globale Unsicherheiten und die heimische Wirtschaft.

Globale Turbulenzen und Energiepreisschock

Der Governing Council der BOC bewertete die globale Wirtschaft, deren Wachstum wie erwartet bei etwa 3 Prozent lag.

Der Krieg im Iran erhöhte jedoch die Unsicherheit erheblich und trieb die Energiepreise stark in die Höhe, was die weltweite Inflation anfachen wird.

Die Auswirkungen auf Wachstum und Inflation hängen von Dauer und Ausbreitung des Konflikts ab.

In den USA moderierte die Wirtschaftsaktivität, blieb aber solide, mit einer erwarteten Erholung im ersten Quartal 2026, getragen von Konsum und KI-Investitionen.

Die US-Inflation stieg, beeinflusst durch Zölle und den Nahostkonflikt.

Die Finanzmärkte zeigten eine moderate Straffung mit höheren Anleiherenditen und breiteren Kredit-Spreads.

Die BOC diskutierte die unterschiedlichen Inflationsauswirkungen auf energieimportierende und -exportierende Volkswirtschaften sowie das Risiko von Zweitrundeneffekten, die jedoch durch strukturelle Veränderungen begrenzt sein könnten.

Kanadas Wirtschaft vor dem Inflationsschub

Kanadas BIP sank im vierten Quartal 2025 um 0,6 Prozent, primär durch Bestandsanpassungen.

Für das erste Halbjahr 2026 wird ein langsameres Wachstum erwartet.

Konsum und Einzelhandel zeigten sich solide, doch die Gesamtaktivität war schwächer als prognostiziert.

Der Wohnungsmarkt in Toronto und Vancouver blieb schwach.

Die Warenexporte fielen im Januar stärker als erwartet, hauptsächlich durch temporäre Faktoren.

Die Beschäftigung ging im Januar und Februar zurück, mit breit angelegten Verlusten im Privatsektor.

Das Lohnwachstum entsprach den Erwartungen.

Die Gesamtinflation (VPI) sank im Februar auf 1,8 Prozent (Januar: 2,3 Prozent), die Kerninflation näherte sich 2 Prozent.

Dieser positive Trend wird jedoch kurzlebig sein, da der Energiepreisschock die Inflation in den kommenden Monaten wieder ansteigen lassen wird.

Geduld ist die neue Währung

Die Entscheidung der Bank of Canada, den Leitzins unverändert zu lassen, spiegelt eine vorsichtige Abwägung wider.

Angesichts der akuten globalen Unsicherheiten, insbesondere durch den Iran-Krieg, ist eine abwartende Haltung verständlich.

Die Zentralbank signalisiert damit, dass sie die kurzfristigen Inflationsspitzen durch Energiepreise tolerieren wird, solange sich keine breiteren Zweitrundeneffekte manifestieren.