Kanadische Zölle erhöhen Einzelhandelspreise um 6 Prozent
Eine Studie der Bank of Canada zeigt: Kanadische Vergeltungszölle erhöhten die Einzelhandelspreise um bis zu 6 Prozent. Der Pass-Through betrug etwa ein Viertel des 25-prozentigen Zolls.
Gradueller Preisanstieg, schnelle Umkehr
Kanadische Vergeltungszölle, die im März 2025 eingeführt und im September desselben Jahres wieder aufgehoben wurden, führten zu einem allmählichen Anstieg der Einzelhandelspreise.
Eine Studie der Bank of Canada, die tägliche Produktdaten von sieben großen kanadischen Einzelhändlern analysierte, zeigt, dass die Preise für zollpflichtige Waren nach drei Monaten um bis zu 6 Prozent anstiegen.
Dies impliziert einen Pass-Through von etwa einem Viertel des 25-prozentigen Zolls.
Die Forscher fanden zudem kaum Spillover-Effekte auf nicht-zollpflichtige Substitute.
Nach der Aufhebung der Zölle kehrten die Preise schnell zu ihrem ursprünglichen Niveau zurück.
Die Anpassung erfolgte hauptsächlich durch die Häufigkeit der Preisänderungen.
Der aggregierte Effekt auf den Verbraucherpreisindex (VPI) war mit etwa 0,3 Prozentpunkten auf dem Höhepunkt gering.
Erwartungen und Sichtbarkeit prägen den Effekt
Die preislichen Auswirkungen der Zölle variierten erheblich zwischen den Einzelhändlern, wobei die größten Effekte bei Anbietern von Haushaltsgeräten und Elektronik beobachtet wurden.
Die Studie fand zudem diskrete Sprünge im Pass-Through um wichtige handelspolitische Ankündigungen herum, wie die unerwartete Eskalation der US-Zölle im April 2025.
Dies deutet darauf hin, dass Einzelhändler ihre Preisanpassungen an die erwartete Dauer der Politik knüpften.
Ein weiterer wichtiger Faktor war die Sichtbarkeit von Zöllen am Point-of-Sale: Produkte mit 'Zoll'-Bannern an Preisschildern zeigten einen größeren und schnelleren Pass-Through.
Dies unterstreicht die Bedeutung von Transparenz und Verbraucherwahrnehmung für die Preisbildung.
Mehr als nur Zollraten
Diese Studie liefert wichtige Erkenntnisse, die über die reine Höhe von Zollsätzen hinausgehen.
Sie zeigt, dass die inflationären Effekte von Tarifen stark von Erwartungen über deren Dauer, den Preisstrategien der Einzelhändler und der Sichtbarkeit für Konsumenten abhängen.
Für die Geldpolitik bedeutet dies, dass die Analyse von Handelskosten komplexer ist und weitreichende Implikationen für die Inflationsprognose hat.
Quelle: The Price Impact of Canadian Retaliatory Tariffs
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