Schweden-Studie: QE wandelt Wertpapierleihfazilitäten zu Primärinstrumenten
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Schweden-Studie: QE wandelt Wertpapierleihfazilitäten zu Primärinstrumenten

Eine neue Studie der Bank of Canada und Sveriges Riksbank zeigt: Quantitative Lockerung (QE) ist eng mit einer erhöhten Nutzung von Wertpapierleihfazilitäten (SLF) verbunden. Dies wandelt die SLF von einem Notfallinstrument zu einem primären Werkzeug mit potenziellen Auswirkungen auf die Geldpolitik.

Vom Notfall- zum Primärinstrument

Die Studie untersucht die Interaktion zwischen quantitativer Lockerung (QE) und Wertpapierleihfazilitäten (SLF) anhand detaillierter Daten der Riksbank und des schwedischen Reichsschuldenamtes.

Empirisch und theoretisch belegen die Autoren, dass eine Ausweitung der QE eng mit einer höheren SLF-Nutzung verknüpft ist.

Dies verschiebt die SLF von einem reinen Notfallmechanismus zu einem primären Instrument.

Die Verengung der Spreads zwischen SLF-Renditen und Markt-Repo-Sätzen führt dazu, dass die SLF-Rendite eine Untergrenze für besicherte Kredite bildet.

Dies schwächt die Bindung an geldpolitische Benchmarks und könnte die Transmissionsmechanismen verändern.

Zudem erhöhen QE-Ankündigungen die SLF-Nutzung, was Bedenken hinsichtlich Moral Hazard aufwirft.

Entkopplung von der Geldpolitik

Ein theoretisches Suchmodell ergänzt die empirischen Ergebnisse und erklärt, wie ein Überangebot an Vermögenswerten und Suchfriktionen die SLF-Nutzung beeinflussen.

QE stärkt die Verhandlungsposition von Händlern, die Barmittel leihen, und kann die Abhängigkeit vom Repo-Markt verringern, was Liquiditätsbedenken aufwirft.

Die Studie zeigt, dass QE die Repo-Marktsätze auf das Niveau der SLF-Sätze drückt, wodurch sie sich vollständig von den Einlagen- oder Leitzinsen der Zentralbank entkoppeln.

Diese Entkopplung kann die reibungslose Übertragung der Geldpolitik stören und die Finanzstabilität beeinträchtigen.

Riskanter Wandel im Finanzsystem

Die Ergebnisse beleuchten eine kritische, übersehene Interaktion zwischen unkonventioneller Geldpolitik und der Funktionsweise der Finanzmärkte.

Die Transformation der SLF zu einem Primärinstrument, verbunden mit potenziellen Moral-Hazard-Risiken und einer Entkopplung von den Leitzinsen, erfordert dringende Aufmerksamkeit der Zentralbanken.

Diese Forschung liefert eine essenzielle Grundlage zur Neubewertung des Designs und der Kommunikation solcher Fazilitäten.