Verhaltenserwartungen verbessern Wirtschaftsmodelle
Zwei Ökonomen der Bank of England präsentieren einen flexiblen Ansatz zur Modellierung von Verhaltenserwartungen in DSGE- und HANK-Modellen. Ihr neues Framework verbessert die empirische Passung und die Impulsantwortfunktionen.
Flexibler Blick auf Erwartungsbildung
Das vorliegende Papier schlägt einen flexiblen Ansatz vor, um in dynamischen stochastischen allgemeinen Gleichgewichtsmodellen (DSGE) und heterogenen Agenten-Neukeynesianischen (HANK) Modellen von vollständig rationalen Erwartungen (FIRE) abzuweichen.
Die Autoren, Jamie Lenney und Biagio Rosso, implementieren einen reduzierten Prozess für Verhaltenserwartungen, bei dem Akteure gleichzeitig auf aktuelle Wirtschaftsbedingungen über- oder unterreagieren und auf Nachrichten unterreagieren können.
Dieser Ansatz ist in ein breites Spektrum von DSGE- und HANK-Modellen integrierbar und umfasst verschiedene Erwartungsmodelle als Spezialfälle.
Er wurde auf ein mittelgroßes HANK-Modell mit zwei Vermögenswerten angewendet und gemeinsam mit US-Konjunkturdaten, einschließlich Inflationserwartungen, geschätzt, um seine empirische Relevanz zu demonstrieren.
Jenseits rationaler Erwartungen
Der vorgeschlagene Ansatz bleibt agnostisch hinsichtlich der präzisen Quelle von Glaubensfriktionen, was seine Anwendbarkeit erhöht.
Die empirische Anwendung zeigt, dass Verhaltenserwartungen die empirische Passung des Modells quantitativ verbessern.
Zudem werden die qualitativen Eigenschaften seiner Impulsantwortfunktionen, die die Reaktion der Wirtschaft auf Schocks beschreiben, deutlich verbessert.
Dies deutet darauf hin, dass die Berücksichtigung nicht-rationaler Erwartungen zu einer realistischeren Darstellung makroökonomischer Dynamiken führt.
Praxisrelevanz für Zentralbanken
Die Studie liefert ein wichtiges Werkzeug für die geldpolitische Analyse, indem sie die Modellierung von Erwartungen realistischer gestaltet.
Sie ermöglicht Zentralbanken, die Auswirkungen von Kommunikationsstrategien und Informationssteifigkeiten besser zu verstehen.
Für die Praxis bedeutet dies präzisere Prognosen und eine fundiertere Bewertung geldpolitischer Maßnahmen.