Einheitlichkeit des Geldes: BOE-Modell analysiert digitale Herausforderungen
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Einheitlichkeit des Geldes: BOE-Modell analysiert digitale Herausforderungen

Digitale Zahlungsmittel fordern die Einheitlichkeit des Geldes heraus: Ein neues BOE Working Paper von Benjamin Hemingway analysiert, wie Zentralbankreserven und Bargeld die Kohäsion des Geldsystems im Digitalzeitalter sichern.

Wahlfreiheit und Interoperabilität

Das Papier entwickelt einen analytischen Rahmen zur Untersuchung der Einheitlichkeit des Geldes, basierend auf einem Drei-Perioden-Bankenmodell.

Darin wählen Banken die Rechnungseinheit ihrer Schulden und deren Eignung als Tauschmittel.

Dieser Ansatz erweitert bestehende Modelle, indem Finanzintermediäre die Rechnungseinheit ihrer Verbindlichkeiten gewinnmaximierend wählen dürfen.

Sie entscheiden auch, ob ihre Verbindlichkeiten als Zahlungsmittel zirkulieren und ob Interoperabilität durch Überweisungsgebühren eingeschränkt wird.

Diese endogenen Entscheidungen erfassen strategische Abwägungen: Die Anpassung der Verbindlichkeiten an die eigene Vermögensbasis eliminiert Preisrisiken.

Die Funktion als Tauschmittel erhöht den Wert für Einleger, führt aber bei divergierenden Rechnungseinheiten wieder Preisrisiken ein.

Der Rahmen analysiert, wie die Einheitlichkeit des Geldes in einem Umfeld konkurrierender privater Gelder und digitaler Innovationen erhalten oder untergraben werden kann.

Bargeld und Reserven als Stabilitätsanker

Das Modell liefert wichtige politische Implikationen.

Geringfügige Abweichungen von einer gemeinsamen Rechnungseinheit können mit effizienten Ergebnissen vereinbar sein, wie bei Geldautomaten-Gebühren.

Die Wahrscheinlichkeit ineffizienter Gleichgewichte steigt jedoch erheblich, wenn neue digitale Gelder von privaten Emittenten mit abweichenden Geschäftsmodellen gestützt werden – ein Risiko für Stablecoins.

Die Studie hebt zudem die stabilisierende Rolle von Bargeld als universell akzeptiertes Tauschmittel hervor, das als Rückhalt bei eingeschränkter Interoperabilität dient.

Die Analyse warnt: Auch wenn Effizienz keine strikt gemeinsame Rechnungseinheit erfordert, werden die Ergebnisse fragiler, wenn die Einheiten divergieren.

Dies erfordert von politischen Entscheidungsträgern Umsicht und Wachsamkeit bei monetärer Vielfalt.

Digitale Währungen: Ein Risiko für die Einheit?

Die Studie liefert ein wichtiges theoretisches Fundament für die Debatte um digitales Geld.

Sie unterstreicht die Notwendigkeit einer aktiven Rolle der Zentralbanken, um die Kohäsion des Geldsystems zu wahren.

Ohne klare Leitplanken droht eine Fragmentierung, die über reine Effizienzverluste hinausgeht.

Quelle: A model of monetary singleness

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