BOE-Studie simuliert MMF-Liquidität: Puffer von 40% optimal
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BOE-Studie simuliert MMF-Liquidität: Puffer von 40% optimal

Eine neue Studie der Bank of England (BOE) simuliert die Liquiditätsdynamik von Geldmarktfonds (MMFs). Sie zeigt, dass ein Puffer von 40 Prozent an wöchentlich liquiden Aktiva (WLA) die Widerstandsfähigkeit am stärksten erhöht.

Front-loaded Redemptions destabilisieren am stärksten

Die Studie entwickelt ein Simulationsmodell für britische Pfund-MMFs, um deren Rücknahme-Kapazität und Ausfallwahrscheinlichkeit unter verschiedenen Abflussprofilen und Marktliquiditätsszenarien zu bewerten.

Die Widerstandsfähigkeit der Fonds hängt stark vom Zeitpunkt der Abflüsse und der effektiven Liquidität der wöchentlich liquiden Aktiva (WLA) ab.

Front-loaded Redemptions erweisen sich als am destabilisierendsten.

Das Entfernen des 30%-WLA-Schwellenwerteffekts, der Manager zu Maßnahmen zur Abwehr weiterer Rücknahmen zwingt, führt zu erheblichen Resilienzgewinnen, indem es Klippenrand-Verhalten reduziert.

Die Verkäufe von Vermögenswerten verbessern die Kapazität, aber der Nutzen schrumpft, wenn die Markttiefe abnimmt.

Lehren aus 'Dash for Cash' und GFC

Geldmarktfonds sind anfällig für Abzugsrisiken, insbesondere in Stressphasen, da sie Anlegern zwar sofortige Liquidität versprechen, aber in schwer liquidierbare Instrumente investieren.

Episoden wie der 'Dash for Cash' im März 2020, bei dem britische Pfund-MMFs Abflüsse von rund 25 Milliarden Pfund verzeichneten, und die globale Finanzkrise, haben diese Schwachstellen in der Praxis gezeigt.

Trotz regulatorischer Reformen, wie der US-SEC-Reform von 2010 und der EU-MMFR von 2017, bleiben Liquiditäts-Mismatches eine Quelle der Anfälligkeit.

Steigende Zinsen können zudem die Marktwerte von festverzinslichen Anlagen reduzieren und Liquiditätsrisiken verstärken.

Klarheit für Regulatoren

Diese Studie liefert dringend benötigte, zukunftsgerichtete Erkenntnisse für die Kalibrierung von Liquiditätspuffern in Geldmarktfonds.

Die Konzentration der Resilienzgewinne um 40 Prozent WLA bietet Regulierungsbehörden einen konkreten Anhaltspunkt für potenzielle Anpassungen der Mindestanforderungen.

Es unterstreicht die Notwendigkeit, nicht nur die Höhe der Puffer, sondern auch deren Wirksamkeit unter verschiedenen Marktbedingungen kritisch zu bewerten.