Fancharts schützen Erwartungen vor De-Anchoring
Fancharts sind eine 'Versicherungspolice' für Zentralbanken: Eine neue BOE-Studie zeigt, dass sie Erwartungen nach Fehlprognosen stabilisieren. Sie helfen zudem der Öffentlichkeit, Unsicherheit realistischer einzuschätzen.
Fancharts als Reputationsschutz
Eine experimentelle Studie der Bank of England (BOE) zeigt, dass Punktprognosen Erwartungen zwar anfänglich stärker verankern, dieser Vorteil jedoch fragil ist.
Nach Fehlprognosen, insbesondere wenn die Inflation vom Ziel abweicht, kommt es zu einem deutlichen 'De-Anchoring' der Erwartungen.
Fancharts können diesen Effekt jedoch erheblich abmildern.
Sie wirken als 'Versicherungspolice', die die Glaubwürdigkeit der Zentralbank nach Prognosefehlern schützt.
Die Studie, die 1.600 britische Teilnehmer über vier Phasen hinweg untersuchte, belegt, dass überarbeitete Zentralbankprognosen Erwartungen zwar teilweise wieder verankern, aber nicht auf das ursprüngliche Niveau.
Dies deutet auf einen dauerhaften Reputationsverlust hin, den Fancharts mindern könnten.
Öffentlichkeit unterschätzt Unsicherheit
Die BOE-Studie deckt zudem auf, dass die Öffentlichkeit den Grad der Unsicherheit in Inflationsprognosen konsequent unterschätzt und übermäßige Zuversicht in Punktprognosen zeigt.
Die Kommunikation von Unsicherheit mittels Fancharts hilft der Öffentlichkeit jedoch, realistischere Unsicherheitswahrnehmungen zu entwickeln und ihre subjektiven Verteilungen näher an plausible Benchmarks heranzuführen.
Dieser Lerneffekt ist nachhaltig und besonders ausgeprägt bei breiteren Fancharts.
Im ersten Teil der Studie wurde zudem getestet, welche visuellen Medien Unsicherheit am besten vermitteln.
Fancharts erwiesen sich dabei als am besten verständlich und am effektivsten, um Erwartungen und Unsicherheit gemeinsam zu kommunizieren.