BOE-Studie: QE-Effekte sind zustandsabhängig
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BOE-Studie: QE-Effekte sind zustandsabhängig

Die Auswirkungen von Quantitative Easing (QE) und Quantitative Tightening (QT) hängen vom jeweiligen Wirtschaftszustand ab. Dies zeigen drei Ökonomen der Bank of England in einem neuen Working Paper, das 60 Jahre britischer Daten analysiert.

Der Wandel der unkonventionellen Geldpolitik

Das Working Paper 1.185 der Bank of England liefert Belege dafür, dass die Effekte von QE und QT zustandsabhängig sind.

Die Autoren Michael Ellington, Costas Milas und Ryland Thomas identifizieren einen neuartigen Bankenfinanzierungsschock, der aufzeigt, dass die Wirkung unkonventioneller Geldpolitik im Zeitverlauf erheblich variiert und die Regime nicht wiederkehrend sind.

Über aufeinanderfolgende QE-Runden hinweg nimmt die Reaktion von Staatsanleiherenditen auf ein gegebenes QE-Volumen ab.

Gleichzeitig wird die Nachfrage jedoch empfindlicher gegenüber Renditeänderungen, während die Inflation mehr Persistenz und eine größere Sensibilität gegenüber der Produktionslücke aufweist.

Die Studie nutzt eine neuartige Methode, indem sie 60 Jahre britischer Daten zu Verkäufen von Staatsschulden an das Bankensystem einbezieht, um auch frühere historische Schuldenmanagementoperationen mit vergleichbaren Bilanzauswirkungen zu erfassen.

Dies ermöglicht eine umfassende Bewertung, wie sich jede Episode unkonventioneller Geldpolitik auf die britische Wirtschaft auswirkt.

Die Analyse zeigt, dass die Treiber dieser Zustandsabhängigkeiten von einer Mischung aus Politikrahmen, Struktur und Zustand der Finanzmärkte sowie den Bedingungen in der Realwirtschaft abhängen.

Wirkung durch Existenz, nicht nur durch Nutzung

Die Forscher unterscheiden zwischen unerwarteten und systematischen Effekten unkonventioneller Geldpolitik.

Der unerwartete Anteil trägt nur geringfügig zum Gesamteffekt bei, was darauf hindeutet, dass QE angesichts der Schocks weitgehend antizipiert wurde.

Dennoch stützt der Gesamteffekt die Produktion während jeder Episode erheblich und erhöht die Inflation.

Die Untersuchung des Transmissionsmechanismus zeigt, dass der Einfluss auf die Renditen von Staatsanleihen für ein gegebenes QE-Volumen seit 2009 abnimmt.

Dieser Rückgang wird jedoch durch eine erhöhte Reaktion der Produktionslücke auf Staatsanleiherenditeänderungen und eine stärkere Reaktion der Inflation auf die Produktionslücke ausgeglichen.

Die Studie beleuchtet auch, wie frühere Schuldenmanagementoperationen, die als "Underfunding" bekannt sind, ähnliche Bilanzauswirkungen wie QE hatten und zur Identifizierung eines "Bankenfinanzierungsschocks" genutzt werden können.

Vorsicht bei der Wirkungsmessung

Die Studie unterstreicht die Komplexität der Geldpolitik und die Notwendigkeit einer nuancierten Betrachtung ihrer Effekte.

Sie zeigt, dass die Annahme wiederkehrender Regime bei der Analyse unkonventioneller Maßnahmen nicht immer zutrifft.

Für Zentralbanken bedeutet dies, dass die Wirkung von QE und QT nicht statisch ist und eine kontinuierliche, datenbasierte Überwachung unerlässlich bleibt, um unerwünschte Nebenwirkungen zu vermeiden.