Kapitalregulierung prägt KMU-Kreditmarkt-Wettbewerb
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Ka­pi­tal­re­gu­lie­rung prägt KMU-Kreditmarkt-Wettbewerb

Eine BOE-Studie zeigt, wie Kapitalanforderungen den Wettbewerb zwischen Banken und Nichtbanken im britischen KMU-Kreditmarkt prägen. Die Forscher entwickeln ein Strukturmodell, um die Auswirkungen auf Preisgestaltung und Kreditallokation zu quantifizieren.

Asymmetrische Information prägt Kreditvergabe

Die Studie der Bank of England analysiert, wie risikobasierte Kapitalanforderungen den Wettbewerb und die Kreditvergabe im britischen Markt für unbesicherte Kredite an kleine und mittlere Unternehmen (KMU) beeinflussen.

Die Ökonomen Negar Mohammadi Jazi und Felipe Netto entwickeln ein Strukturmodell, das asymmetrische Informationen, Screening und unvollkommenen Wettbewerb berücksichtigt.

Banken und Nichtbanken unterscheiden sich in ihrer regulatorischen Behandlung, was die Anreize zur Kreditvergabe an risikoreiche KMU direkt beeinflusst.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Regulierung in Wechselwirkung mit der Informationsverarbeitung und den Kosten steht und so die Preisgestaltung und Kreditallokation maßgeblich prägt.

Nichtbanken profitieren dabei von komparativen Vorteilen bei der Screening-Technologie, was ihre Marktanteile über verschiedene Risikoprofile und Kreditgrößen hinweg erklärt.

Das Modell bietet einen quantitativen Rahmen zur Bewertung regulatorischer Politik in Märkten mit regulierten und nicht-regulierten Intermediären.

Empirische Muster und Schätzprobleme

Die Studie identifiziert drei empirische Muster im KMU-Kreditmarkt.

Erstens nutzen Kreditgeber 'weiche' Informationen, was zu einer erheblichen Streuung der Zinssätze führt; höhere Zinsen korrelieren mit höheren Ausfallraten.

Zweitens bedienen Nichtbanken risikoreichere Kreditnehmer und verlangen höhere Zinsaufschläge.

Drittens zeigen Banken bei größeren unbesicherten Krediten eine deutliche Zurückhaltung, während Nichtbanken hier aktiver sind, jedoch mit höheren Ausfallraten.

Diese unterschiedlichen Strategien resultieren aus dem Zusammenspiel von Screening-Fähigkeiten und risikobasierter Regulierung.

Die Schätzung des Modells ist komplex, da personalisierte Preisgestaltung und unvollständige Daten zu konkurrierenden Angeboten typisch für KMU-Kredite sind.

Die Autoren überwinden dies durch eine gemeinsame Schätzung von Nachfrage- und Angebotsseite.

Regulierung neu denken: Screening entscheidet

Diese Studie liefert einen entscheidenden Beitrag zum Verständnis der komplexen Dynamik im KMU-Kreditmarkt.

Sie quantifiziert erstmals die Interaktion von Kapitalregulierung und Informationsasymmetrie und zeigt, dass Nichtbanken trotz höherer Kosten oft präzisere Screening-Technologien besitzen.

Für Regulierungsbehörden bedeutet dies, dass eine effektive Politik nicht nur Kapitalanforderungen, sondern auch die unterschiedlichen Screening-Fähigkeiten von Banken und Nichtbanken berücksichtigen muss.