Bank Rate bei 3,75 Prozent gehalten
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Bank Rate bei 3,75 Prozent gehalten

Die Bank of England belässt den Leitzins bei 3,75 Prozent. Das Monetary Policy Committee (MPC) stimmte mit 7 zu 2 Stimmen für die Beibehaltung.

Energiepreise und Inflation im Fokus

Das Monetary Policy Committee (MPC) der Bank of England (BoE) hat sich mit einer Mehrheit von 7 zu 2 Stimmen für die Beibehaltung des Leitzinses bei 3,75 Prozent entschieden.

Zwei Mitglieder stimmten für eine Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte auf 4 Prozent.

Die globalen Energiepreise sind seit der letzten Sitzung infolge der Ereignisse im Nahen Osten gefallen, bleiben aber höher und volatiler als vor dem Konflikt.

Die BoE betonte, dass die Geldpolitik die Energiepreise nicht beeinflussen kann, aber darauf abzielt, die wirtschaftliche Anpassung so zu gestalten, dass das Zwei-Prozent-Inflationsziel nachhaltig erreicht wird.

Die CPI-Inflation ist auf 2,8 Prozent gesunken, wird aber im weiteren Jahresverlauf voraussichtlich wieder ansteigen, da die höheren Energiepreise weiterhin durchschlagen.

Das Risiko von Zweitrundeneffekten bei Preisen und Löhnen ist umso größer, je länger die hohen Energiepreise anhalten.

Gleichzeitig lockert sich der Arbeitsmarkt, und Anzeichen einer sich abschwächenden Wirtschaft könnten den Inflationsdruck eindämmen.

Die Zinsen für Haushalte und Unternehmen bleiben höher als vor dem Konflikt, was die Inflation im Laufe der Zeit reduzieren wird.

Unter Berücksichtigung aller Risiken für die Wirtschaftsaussichten hält der Ausschuss die Beibehaltung des Leitzinses für angemessen.

Finanzbedingungen bleiben straff

Die Finanzbedingungen für Haushalte und Unternehmen bleiben straffer als vor dem Konflikt.

Dies ist hauptsächlich auf einen deutlichen Anstieg der kurzfristigen Overnight Index Swap (OIS)-Sätze zurückzuführen, die im Vereinigten Königreich rund 70 Basispunkte über dem Vorkriegsniveau liegen.

Die Erhöhungen dieser Sätze wurden schnell und vollständig an die wichtigsten Kreditzinsen weitergegeben, wobei die Zinsen für zweijährige Festzins-Hypotheken rund 80 Basispunkte höher sind.

Die Umfrage unter Marktteilnehmern (MaPS) vom Juni zeigte, dass die Medianerwartungen für den Leitzins sowohl für diese Sitzung als auch für das kommende Jahr unverändert blieben, was eine Straffung um etwa 50 Basispunkte gegenüber den Erwartungen vor dem Konflikt darstellt.

Die britische kurzfristige Zinskurve weist über das kommende Jahr eine Aufwärtsneigung auf, die laut Bankmitarbeitern hauptsächlich durch Risikoprämien bedingt ist.

Das BIP des Vereinigten Königreichs stieg im ersten Quartal 2026 um 0,6 Prozent, doch Umfragen deuten auf ein weiterhin gedämpftes zugrunde liegendes Momentum hin.

Die Arbeitslosenquote sank im Dreimonatszeitraum bis April auf 4,9 Prozent, und die Daten sind weiterhin mit einer allmählichen Lockerung des Arbeitsmarktes vereinbar.

Geduld auf dünnem Eis

Die Entscheidung der BoE, den Leitzins beizubehalten, spiegelt eine vorsichtige Haltung wider, die Inflationsrisiken mit einer sich abschwächenden Wirtschaft abwägt.

Die gespaltene Abstimmung von 7 zu 2 unterstreicht jedoch die internen Meinungsverschiedenheiten über den richtigen Zeitpunkt für weitere geldpolitische Schritte.

Während die Stabilität priorisiert wird, deuten die anhaltenden Unsicherheiten bezüglich der Energiepreise und der globalen Lieferketten auf einen herausfordernden Weg für das MPC hin.