Bailey: Bankenregime wird für die Zukunft neu geformt
David Bailey, stellvertretender Gouverneur der Bank of England, skizziert die geplanten Reformen für das Kapital- und Liquiditätsregime britischer Banken. Ziel ist ein zukunftsfähiger Rahmen, der Resilienz, Wachstum und Innovation fördert.
FPC senkt Kapitalanforderungen auf 13 Prozent
Der Finanzstabilitätsausschuss (FPC) der Bank of England hat seine Richtgröße für die Tier-1-Kapitalanforderungen von 14 auf 13 Prozent der risikogewichteten Aktiva gesenkt.
Diese Anpassung reflektiert Veränderungen im Finanzsystem, wie eine geringere systemische Bedeutung einiger Banken und verbesserte Risikomessung.
Bailey betonte, die 13 Prozent seien ein Richtwert, der Klarheit und Sicherheit über die zukünftige Richtung der Kapitalanforderungen für den gesamten britischen Bankensektor schaffen soll.
Ziel ist es, Banken zu ermutigen, überschüssiges Kapital für Kreditvergabe und Wachstum einzusetzen.
Die Umsetzung dieses Benchmarks erfolgt ab 2027 mit Basel 3.1. Die PRA konzentriert sich zudem auf drei vorrangige Bereiche: die Nutzbarkeit von Puffern, die Überprüfung der Leverage Ratio und die Kohärenz inländischer Kapitalanforderungen.
Die Erfahrung zeigt, dass Banken zögern, ihre Puffer zu nutzen; die PRA analysiert Feedback, um Anreize für übermäßiges Kapital zu reduzieren.
Die Leverage Ratio ist für mehr Firmen bindend geworden, was eine Überprüfung erfordert.
Die Interaktion verschiedener inländischer Kapitalanforderungen wird ebenfalls geprüft, um eine kohärente Wirkung zu gewährleisten und die Kreditvergabe nicht unnötig zu behindern.
Die nächsten Schritte werden im Finanzstabilitätsbericht im Juli dargelegt.
Von Basel 3.1 zur Effizienz
Seit der globalen Finanzkrise 2007/08 wurde der regulatorische Rahmen umfassend überarbeitet, geprägt von internationalen Basel-Standards.
Die Regeln zur Umsetzung von Basel 3.1 wurden im Januar veröffentlicht, Banken haben bis Anfang 2027 Zeit zur Vorbereitung.
Das Vereinigte Königreich führte zudem das Ring-Fencing-Regime ein.
Nach dem Aufbau der Resilienz verlagert sich der Fokus der PRA zunehmend auf Effizienz und Proportionalität.
Dies bedeutet, Komplexität zu reduzieren, Anforderungen gezielter zu gestalten und Innovationen zu fördern, ohne die Widerstandsfähigkeit zu gefährden.
Beispiele sind das 'Strong and Simple'-Regime und die Straffung von Meldepflichten.
Die Finalisierung der Basel-3.1-Regeln für Marktrisiken (Fundamental Review of the Trading Book) ist ebenfalls eine Priorität, um Schwächen der Finanzkrise zu beheben und die Risikomessung zu modernisieren.
Die Regeln sollen ab Januar 2027 in Kraft treten, die internen Modellansätze ab Januar 2028.
Balanceakt im Wandel
Die PRA steht vor der Herausforderung, ein Jahrzehnt des Resilienzaufbaus mit neuen Anforderungen an Effizienz und Innovation zu verbinden.
Die skizzierten Reformen zeigen den Balanceakt zwischen der Aufrechterhaltung der Finanzstabilität und der Förderung von Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit des britischen Finanzsektors.
Ihr Erfolg wird entscheidend sein, um das Vereinigte Königreich als globalen Finanzplatz zu stärken und zukünftigen Schocks standzuhalten.