Kapitalanforderungen fördern Prozessinnovation der Banken
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Ka­pi­ta­lan­for­de­run­gen fördern Prozessinnovation der Banken

Eine neue Studie der Bank of England zeigt: Strenge Kapitalanforderungen fördern die Prozessinnovation von Banken, anstatt sie zu behindern. Dies liegt am längeren Zeithorizont, über den Banken von Effizienzverbesserungen profitieren können.

Prudenz zahlt sich aus

Eine neue Studie der Bank of England widerlegt die Annahme, dass strenge Kapitalanforderungen die Innovationsfähigkeit von Banken hemmen.

Die Ökonomen Walter Beckert, Peter Eccles und Paolo Siciliani zeigen, dass Mindestkapitalanforderungen, die auf die Vermeidung von Moral Hazard abzielen, Investitionen in Prozessinnovationen sogar fördern.

Der Kernmechanismus: Kapitalanforderungen reduzieren die Ausfallwahrscheinlichkeit von Banken und verlängern so ihren erwarteten Zeithorizont.

Dies macht langfristige Investitionen in Prozessinnovationen, die operative Effizienz verbessern und Kosten senken, attraktiver.

Die Autoren erweitern dafür das dynamische Modell der Bankenkonkurrenz von Hellmann et al. (2000).

Wenn Banken umsichtig agieren, werden diese Innovationen wertvoller, was wiederum den Anreiz für übermäßige Risikobereitschaft reduziert.

Die Relevanz ist hoch, da der Finanzsektor bis 2030 voraussichtlich 190,3 Mrd. Dollar in KI investieren wird, mit Potenzial für bis zu 30% Kostensenkungen.

Innovation und Risikoverhalten

Die Studie unterscheidet sich von früheren Arbeiten, die Finanzinnovationen als Mittel zur Umgehung von Vorschriften und zur Erhöhung des Risikos sahen.

Hier liegt der Fokus auf Effizienz-verbessernden Prozessinnovationen.

Empirische Belege stützen die These: Beck et al. (2016) fanden, dass strengere Kapitalregulierung mit höheren Ausgaben für Finanzinnovationen korreliert.

Neuere Arbeiten zeigen, dass Banken mit höheren IT-Ausgaben besser mit Fintech-Wettbewerb umgehen und weniger Risiken eingehen (Modi et al., 2024; Jia, 2024).

Zudem belegen Studien (Dadoukis et al., 2021; Branzoli et al., 2024), dass höhere Technologieadoption mit weniger notleidenden Krediten (NPLs) in Krisenzeiten einhergeht.

Dies untermauert das theoretische Ergebnis, dass Prozessinnovation Anreize für übermäßige Risikobereitschaft reduziert.

Regulierung als Katalysator

Diese Studie liefert eine wichtige Neubewertung der Rolle von Kapitalanforderungen.

Sie zeigt, dass Regulierung nicht nur Risiken mindert, sondern auch als Katalysator für positive Innovationen wirken kann.

Für Aufsichtsbehörden bedeutet dies, dass gut konzipierte prudenzielle Standards sowohl Finanzstabilität als auch operative Effizienz fördern können – ein Win-Win für das gesamte Bankensystem.

Quelle: Capital requirements and process innovation

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