BOE-Studie: Zentralbank-Botschaften erreichen Haushalte
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BOE-Studie: Zentralbank-Botschaften erreichen Haushalte

Eine neue BOE-Studie zeigt, dass Zentralbank-Kommunikation die Öffentlichkeit erreicht. Eric Tong und Rennae Cherry belegen, wie Medienberichte die Inflationserwartungen von Haushalten beeinflussen.

Botschaften formen Medien und Erwartungen

Zentralbank-Botschaften erreichen die Öffentlichkeit, jedoch oft indirekt über die Medien.

Eine neue Studie von Eric Tong und Rennae Cherry zeigt, dass die Narrative der Zentralbanken die Medienberichterstattung prägen, wobei 30 bis 60 Prozent der Kommunikationsüberraschungen in die Presse übergehen.

Diese Medienvermittlung ist entscheidend dafür, wie Haushalte geldpolitische Botschaften wahrnehmen und ihre Inflationserwartungen bilden.

Die Forscher wenden ihr Framework auf die Bank of Canada, die Bank of England und die Federal Reserve an.

Sie finden, dass straffere Kommunikationsschocks die Einjahres-Inflationserwartungen der Haushalte um etwa 0,1 Prozentpunkte senken.

Expansive Informationsschocks erhöhen diese hingegen, insbesondere wenn die Aufmerksamkeit der Haushalte hoch ist.

Konventionelle Schocks, die über hochfrequente Asset-Preisbewegungen identifiziert werden, zeigen diese Reaktionen nicht.

Dies unterstreicht die Bedeutung, die Kommunikation so zu messen, wie Haushalte sie erleben.

Die Studie qualifiziert die Ansicht, dass Zentralbank-Kommunikation die Öffentlichkeit selten erreicht, und betont die Wichtigkeit der Rezeption und Wahrnehmung der Botschaften.

Narrative-Schocks statt Asset-Preise

Die Studie identifiziert Kommunikationsschocks mittels Textanalyse von Zentralbank- und Zeitungsnarrativen, anstatt auf Asset-Preise zu setzen.

Eine 'Narrative-Überraschung' wird als die Diskrepanz zwischen dem Zentralbank-Narrativ und der erwarteten Mediendarstellung definiert.

Diese Überraschungen werden in zwei Komponenten zerlegt: einen Stance-Kommunikationsschock (unerwartete Kommunikation zur geldpolitischen Ausrichtung) und einen Informations-Kommunikationsschock (unerwartete Kommunikation zur Einschätzung der Wirtschaftsbedingungen).

Diese Trennung ist entscheidend, um die dynamischen Effekte auf die Inflationserwartungen der Haushalte nachvollziehbar zu machen.

Die Studie leistet zwei Hauptbeiträge: Sie zeigt, dass Narrative-Überraschungen getrennt interpretiert werden müssen, und belegt, dass Kommunikation als zusätzliches geldpolitisches Instrument dienen kann, dessen Wirkung jedoch von der Wahrnehmung der Botschaft und dem Informationsumfeld abhängt.

Mehr als nur Worte

Diese Studie liefert einen wichtigen methodischen Fortschritt, indem sie die Messung von Zentralbank-Kommunikation an die Rezeption durch Haushalte anpasst.

Die Erkenntnis, dass die Wirkung von Botschaften stark von deren Wahrnehmung und dem Informationsumfeld abhängt, ist für die Praxis von hoher Relevanz.

Sie fordert Zentralbanken auf, ihre Kommunikationsstrategien noch stärker auf die Zielgruppe der Haushalte auszurichten und die Medienvermittlung aktiv zu berücksichtigen.

Quelle: Central bank communications that reach the public

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