BOE diskutiert Abwicklung von CCPs und deren Umsetzbarkeit
Die Bank of England (BOE) hat ein Diskussionspapier zur Abwicklung von Zentralen Gegenparteien (CCPs) veröffentlicht. Sie sucht Feedback zu drei Umsetzungsthemen und den angestrebten 'Abwicklungszielen'.
Abwicklung als letzter Rettungsanker
Zentrale Gegenparteien (CCPs) sind von entscheidender Bedeutung für das Finanzsystem.
Trotz ihrer Robustheit können extreme Belastungen zu einem Ausfall führen, der weitreichende Störungen verursachen könnte.
Die Bank of England (BOE) ist die Abwicklungsbehörde für britische CCPs und hat die Aufgabe, deren Scheitern ohne übermäßige Störung des Finanzsystems zu bewältigen.
Das Ende 2023 in Kraft getretene Abwicklungsregime stattet die BOE und das Finanzministerium (HMT) mit den notwendigen Instrumenten aus.
Das Diskussionspapier konzentriert sich auf drei zentrale Umsetzungsthemen: die Komplexität der Berechnung und Ausführung von 'Resolution Cash Calls', die Rückführung von Werten an rekapitalisierende Gläubiger sowie die Ausübung des Ermessens bei der Anwendung des 'statutory partial tear up' (PTU) im Falle eines Ausfalls von Clearing-Mitgliedern.
Was bedeutet 'abwicklungsfähig'?
Für eine effektive Abwicklung müssen CCPs 'abwicklungsfähig' sein.
Die BOE entwickelt hierfür 'Abwicklungsziele', die sicherstellen sollen, dass CCPs über die nötigen Fähigkeiten verfügen, um eine Abwicklung in der Praxis zu unterstützen.
Dazu gehören die Fähigkeit, Abwicklungsinstrumente auf Anweisung der BOE einzusetzen, die Kontinuität kritischer Clearing-Dienste zu gewährleisten und der BOE sowie dem HMT die angeforderten Daten und Analysen bereitzustellen.
Die BOE kann CCPs anweisen, Hindernisse für die Abwicklungsfähigkeit zu beseitigen.
Das Regime beinhaltet zudem eine 'No Creditor Worse Off'-Schutzklausel, die verhindern soll, dass Gläubiger durch die Abwicklungsmaßnahmen schlechter gestellt werden als im Falle einer Insolvenz.
Ein Blick hinter die Kulissen der Krisenbewältigung
Dieses Diskussionspapier bietet einen seltenen Einblick in die operativen Herausforderungen der Zentralbank bei der Bewältigung von CCP-Krisen.
Es zeigt, dass die Theorie der Abwicklung komplexer ist als die Praxis und die BOE proaktiv versucht, potenzielle Engpässe zu identifizieren.
Für Marktteilnehmer ist dies ein wichtiges Signal, dass die Regulierungsbehörden ihre Werkzeuge schärfen und die Erwartungen an die Abwicklungsfähigkeit von CCPs konkretisieren.