PRA will Ring-Fencing-Regeln für Shared Services streichen
Die Prudential Regulation Authority (PRA) der Bank of England schlägt vor, Regeln zur Kontinuität der Dienstleistungserbringung für Ring-fenced Bodies (RFBs) zu streichen. Dies soll die operative Flexibilität erhöhen und Kosten senken.
Weniger Bürokratie, mehr Flexibilität
Die Prudential Regulation Authority (PRA) schlägt vor, das Kapitel zur Kontinuität der Dienstleistungserbringung im Regelwerk für Ring-fenced Bodies (RFBs) zu streichen.
Dies betrifft die Regeln 9.1, 9.2 und 9.3, die zuvor die operative Unabhängigkeit von RFBs sicherten und die Dienstleistungserbringung von anderen Gruppengesellschaften isolierten.
Die Begründung liegt darin, dass andere Regulierungsregime, insbesondere die Operative Kontinuität in der Abwicklung (OCIR), ausgereift sind und ähnliche politische Ziele flexibler abdecken.
Die PRA ist der Ansicht, dass diese Shared-Services-Regeln dem Ring-Fencing-Regime zusätzliche Kosten aufbürden, ohne zusätzliche aufsichtsrechtliche Vorteile zu bieten.
Die Streichung zielt darauf ab, die Regelungen für RFBs an die anderer PRA-autorisierter Unternehmen anzugleichen, um operative Einsparungen zu ermöglichen und potenziell das Wirtschaftswachstum zu fördern.
Lehren aus der Finanzkrise
Das Ring-Fencing-Regime wurde nach der Finanzkrise 2008–09 eingeführt, basierend auf Empfehlungen der Independent Commission on Banking (Vickers Commission).
Sein Hauptziel war es, das Privatkundengeschäft großer Universalbanken von Risiken im übrigen Finanzsystem zu isolieren.
Der Financial Services (Banking Reform) Act 2013 setzte diese Empfehlungen um.
Er verlangt von Bankengruppen mit über 35 Milliarden Pfund an Kerneinlagen, diese Aktivitäten in RFBs zu bündeln, um finanzielle und operative Unabhängigkeit zu gewährleisten.
Parallel dazu konsultiert das HM Treasury zu umfassenderen Reformen, darunter eine Wachstumserlaubnis und erweiterte Derivateprodukte für RFBs.
Pragmatismus statt Dogma
Dieser Schritt der PRA ist eine pragmatische Anpassung an eine sich entwickelnde Regulierungslandschaft.
Er erkennt an, dass sich überschneidende Vorschriften unnötige Kosten verursachen, ohne den Kern der Finanzstabilität zu gefährden.
Für die betroffenen Banken bedeutet dies eine willkommene Entlastung und mehr Spielraum für effizientere Betriebsmodelle.