Großbritannien plant maßgeschneidertes Regime für Captive-Versicherer
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Großbritannien plant maßgeschneidertes Regime für Captive-Versicherer

Die Bank of England (BOE) und die Prudential Regulation Authority (PRA) schlagen ein maßgeschneidertes Regime für Captive-Versicherer in Großbritannien vor. Ziel ist es, den Standort für diese Spezialversicherer attraktiver zu machen.

Weniger Bürokratie, mehr Wettbewerb

Großbritannien plant ein maßgeschneidertes Aufsichtsregime für Captive-Versicherer, um den Standort attraktiver zu machen.

Bislang fehlte ein solches Regime, was viele britische Unternehmen dazu veranlasste, ihre Captives im Ausland zu gründen.

Eine Captive ist ein Versicherer, der von einem oder mehreren Unternehmen gegründet und besessen wird, um deren eigene Risiken abzudecken.

Die Vorschläge der Bank of England (BOE) und der Prudential Regulation Authority (PRA) umfassen proportional niedrigere Kapital- und Berichtspflichten, einen flexiblen Kapitalrahmen, schnellere Genehmigungsverfahren und eine Anpassung anderer regulatorischer Anforderungen an das typischerweise geringere Risiko von Captives.

Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit des britischen Marktes für Captives zu stärken und neue Wirtschaftschancen zu schaffen.

Die PRA strebt an, Genehmigungsentscheidungen innerhalb von vier bis sechs Wochen nach Erhalt eines vollständigen Antrags zu treffen, mit Fokus auf hohe Eintrittsstandards.

Dies soll die Position Großbritanniens als globales Versicherungszentrum festigen.

Warum ein eigenes Regime?

Die Initiative geht auf eine Ankündigung der Regierung im Juli 2025 zurück, die Großbritannien als führenden Standort für Versicherungsgeschäfte stärken will.

PRA und FCA bestätigten daraufhin die Entwicklung eines neuen Regimes.

Dieses Konsultationspapier der PRA konzentriert sich auf den aufsichtsrechtlichen Rahmen.

Das vorgeschlagene Regime deckt zunächst Single-Parent-Captives ab, die Risiken ihrer eigenen Unternehmensgruppe versichern.

Die PRA begründet den separaten Ansatz mit dem geringen Risiko dieser Captives für ihre primären Ziele der Sicherheit und Solidität sowie des Schutzes der Versicherungsnehmer.

Dies liegt an der engen Interessenabstimmung und geringen Informationsasymmetrie.

Eine Erweiterung auf Protected Cell Company (PCC) Strukturen ist für die Zukunft geplant.

Ein längst überfälliger Impuls

Dieser Schritt ist ein längst überfälliger Impuls für den britischen Versicherungsmarkt, der seine Wettbewerbsfähigkeit stärken muss.

Er signalisiert ein klares Bekenntnis zur Stärkung des Finanzplatzes London und könnte Unternehmen zur Rückverlagerung ihrer Spezialversicherer bewegen.

Der volle Effekt wird sich jedoch erst mit der geplanten Erweiterung auf komplexere Strukturen wie PCCs entfalten.

Quelle: CP11/26 – A tailored regime for captive insurance

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