BoE plant 24/7-Abwicklung für RTGS und CHAPS
BOE Press Read in English

BoE plant 24/7-Abwicklung für RTGS und CHAPS

Die Bank of England konsultiert zur Ausweitung der RTGS- und CHAPS-Abwicklungszeiten auf nahezu 24/7-Betrieb. Ziel ist eine schrittweise Einführung zusätzlicher Abwicklungstage am Wochenende und eine Verlängerung der täglichen Fenster bis 2031.

Schrittweise zum 24/7-Betrieb

Die Bank of England (BoE) plant eine schrittweise Ausweitung der Abwicklungszeiten für ihr Echtzeit-Bruttoabwicklungssystem (RTGS) und das Hochwertzahlungssystem CHAPS auf nahezu 24 Stunden an sieben Tagen die Woche.

Bereits ab September 2027 wird CHAPS montags bis freitags um 01:30 Uhr statt wie bisher um 06:00 Uhr öffnen, was eine Verlängerung auf 16,5 Stunden bedeutet.

Dies ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu längeren Betriebszeiten.

Die BoE schlägt für die nächste Phase zwei Ansätze vor: die Einführung eines zusätzlichen Abwicklungstages am Wochenende – voraussichtlich sonntags – sowie an bestimmten britischen Feiertagen; und die Verlängerung des Abwicklungsfensters an bestehenden Abwicklungstagen.

Die bevorzugte Reihenfolge sieht vor, zunächst die Wochenend- und Feiertagsabwicklung nicht vor 2029 einzuführen, gefolgt von einer Verlängerung der täglichen Abwicklungszeiten nicht vor 2031.

Diese Schritte sollen RTGS auf einen 22x6-Betrieb ausweiten, der CHAPS-Abwicklungen 22 Stunden pro Tag von Sonntag bis Freitag ermöglicht.

Für die ferne Zukunft werden Optionen wie 22x7 oder 23,5x7 diskutiert.

Vorteile für Innovation und grenz­über­schrei­ten­den Zahlungsverkehr

Die Ausweitung der Abwicklungszeiten ist ein zentraler Bestandteil der BoE-Vision eines sicheren und widerstandsfähigen Multi-Geld-Ökosystems.

Sie soll Innovationen wie die Synchronisation von Zahlungen maximieren, grenzüberschreitende Transaktionen schneller und effizienter gestalten sowie die Liquiditätseffizienz verbessern.

Längere Abwicklungsfenster erweitern die Überlappung mit anderen RTGS-Systemen weltweit, was Reibungsverluste und Kosten im internationalen Zahlungsverkehr reduziert.

Dies unterstützt die G20-Agenda zur Verbesserung grenzüberschreitender Zahlungen und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit des Vereinigten Königreichs.

Die BoE betont, dass die Umsetzung dieser Vorteile jedoch wichtige Design- und Implementierungsfragen klären sowie identifizierte Risiken mindern muss.

Ein ambitionierter Fahrplan mit offenen Fragen

Die Konsultation der BoE markiert einen ambitionierten Schritt hin zu einem modernen, stets verfügbaren Zahlungssystem.

Sie verdeutlicht das Bestreben, die Infrastruktur an die Anforderungen einer digitalisierten Wirtschaft anzupassen und die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

Gleichzeitig zeigt die Vielzahl der offenen Fragen und die Suche nach Branchenfeedback, dass der Weg dorthin komplex ist und eine enge Zusammenarbeit mit den Marktteilnehmern erfordert.